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25.10.2011

18:44 Uhr

Relikt des Kalten Krieges

USA zerstören letzte B53-Atombombe

Ein nuklearer Kern umgeben von 300 Pfund Sprengstoff - die letzte dieser gewaltigen Bomben aus dem US-Arsenal ist in einer Fabrik in Texas unschädlich gemacht worden. Am Dienstag sollte die Zerlegung beendet werden.

Arbeiter verladen eine B-53-Bombe in Pantex Plant in Texas. AFP

Arbeiter verladen eine B-53-Bombe in Pantex Plant in Texas.

WashingtonDie USA zerstören die letzte ihrer mächtigen B-53-Atombomben aus dem Kalten Krieg. In einer Fabrik in Amarillo (Bundesstaat Texas) sollte am Dienstag die Zerlegung der fast 5000 Kilo schweren Waffen abgeschlossen werden. Laut Agentur Bloomberg handelt es sich um die zerstörerischste Waffe aus dem gesamten US-Arsenal.

Wie die Vereinigung amerikanischer Wissenschaftler (Federation of American Scientists) auf ihrer Webseite angibt, besaß die B-53 mit dem Gewicht eines Kleinbusses eine 600 mal größere Sprengkraft als die Hiroshima-Bombe.

Der für die Zerlegung zuständigen Fabrik B&W Pantex in Texas zufolge wurden die ersten dieser von B-52-Bombern getragenen Waffen 1962 in Dienst gestellt - als die Spannungen mit der damaligen Sowjetunion im Zuge der Kuba-Krise ihren Höhepunkt erreichten. Die Bomben hätten im Rahmen des US-Abschreckungskonzepts eine äußerst bedeutende Rolle gespielt, bis sie 1997 eingemottet worden seien, hieß es in einer Pantex-Mitteilung weiter. Demnach wurden viele dieser Waffen mit der Fähigkeit, Ziele unter der Erde zu zerstören, zwar bereits in den 80er Jahren vernichtet. Aber 1997 habe noch eine „bedeutende Zahl“ existiert.

Am Dienstag sollte nun die Zerlegung der letzten Bombe abgeschlossen werden. Pantex zufolge gilt der Prozess als beendet, wenn der Sprengstoff - in diesem Fall fast 300 Pfund - vom nuklearen Kern getrennt worden ist, den er umgibt. Die Zerlegung war der Fabrik zufolge nicht nur wegen der gewaltigen Größe der Waffen kompliziert. Wegen der beim Bau verwendeten alten Technologien hätten auch viele „komplexe“ Werkzeuge zur Demontage hergestellt werden müssen.

„Die Welt ist mit diesem Abbau ein sichererer Platz geworden“, zitierte Pantex Thomas D'Agostino, Chef der nationalen Behörde für nukleare Sicherheit (National Nuclear Security Administration). „Die B 53 war eine Waffe, die in einer anderen Zeit für eine andere Welt entwickelt wurde.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Rainer

25.10.2011, 19:37 Uhr

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