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14.06.2013

17:43 Uhr

Rentenreform

Franzosen sollen länger in Rente einzahlen

Die Franzosen sollen künftig dreieinhalb Jahre länger in die Rente einzahlen. Das empfiehlt eine Expertenkommission der Regierung Hollande. Auch die Rente mit 62 soll mittelfristig auf den Prüfstand gestellt werden.

Rentner bei Protesten 2012 gegen Reformpläne der französischen Regierung. Auch die Erkenntnisse der Expertenkommission dürfte für neue Demonstrationen sorgen. dpa

Rentner bei Protesten 2012 gegen Reformpläne der französischen Regierung. Auch die Erkenntnisse der Expertenkommission dürfte für neue Demonstrationen sorgen.

ParisDie Franzosen sollen nach den Vorschlägen einer Expertenkommission länger in die Rentenkasse einzahlen, aber bis auf weiteres schon mit 62 Jahren in den Ruhestand gehen können. In einem Bericht für den sozialistischen Präsidenten Francois Hollande empfahlen die Fachleute am Freitag, die Beitragszeit für die volle Rente auf 44 von 41,5 Jahre anzuheben. Das könnte für manche Beschäftigte eine längere Lebensarbeitszeit bedeuten. Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault sagte zu den Vorschlägen, den Franzosen werde nicht übermäßig viel abverlangt. Eine Rentenreform sei zum Greifen nahe.

Der Bericht der Kommission, welche die Konsequenzen des demografischen Wandels für die Rentenversicherung untersuchen sollte, hat empfehlenden Charakter. Das französische System der Alterssicherung gilt als großzügig, aber defizitär. Ohne eine Reform droht den Rentenkassen im Jahr 2020 ein Fehlbetrag von etwa 20 Milliarden Euro. Hollandes konservativer Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte das Renteneintrittsalter von 60 auf 62 Jahre angehoben.

Längere Beitragszeiten seien der beste Weg, das Rentensystem an die gestiegene Lebenserwartung der Menschen anzupassen, so die Kommission. Allerdings empfahlen die Experten, die Rente mit 62 mittel- bis langfristig auf den Prüfstand zu stellen. Für die Zeit zwischen 2014 und 2017 sollen die Beiträge zur Rentenversicherung pro Jahr um 0,1 Prozentpunkte steigen und von Arbeitgebern und Arbeitnehmern je zur Hälfe getragen werden. Europäische Union und Internationaler Währungsfonds hatten dagegen geraten, die Beitragslast für die Unternehmen zu senken.

Reiche Rentner sollen nach den Vorstellungen der Kommission weniger Steuervorteile genießen und höhere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Ihre Ruhegelder sollen zudem vorübergehend nicht in Höhe der Inflation angehoben werden.

Reformversuche früherer Regierungen stießen jedoch auf massive Proteste. Die Gewerkschaften haben bereits Demonstrationen für den Fall angekündigt, dass die jüngsten Vorschläge realisiert werden sollen.

Von

rtr

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