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20.10.2014

13:47 Uhr

Repression

Türkei boykottiert regimekritischen Pianisten

Weil er regimekritische Mitteilungen via Twitter veröffentlichte, wurden die Stücke des Starpianisten Fazil Say aus dem „Präsidialen Symphonieorchester“ der Türkei gestrichen. Say ist bei der Justiz kein Unbekannter.

Opfer von Repressalien: Der Istanbuler Komponist und Pianist Fazil Say. dpa

Opfer von Repressalien: Der Istanbuler Komponist und Pianist Fazil Say.

AnkaraDas türkische Kulturministerium hat Kompositionen des Starpianisten und Regierungskritikers Fazil Say aus dem staatlichen Orchester-Jahresprogramm gestrichen. Das bestätigte der türkische Weltstar am Montag über Twitter. Dort fragte er zugleich nach der Begründung dafür, warum seine Stücke entfernt worden seien. „Was ist der Grund?“ Die Zeitung „Radikal“ berichtete unter Berufung auf eine Kulturwebseite, das „Präsidiale Symphonieorchester“ habe zwei Stücke Says spielen sollen. Das Ministerium habe dem Orchester aber nahegelegt, das geplante Programm zu ändern.

Say gehört zu den bekanntesten Pianisten und Komponisten der Türkei. Er ist ein Kritiker der islamisch-konservativen Regierungspartei. Im Sommer des vergangenen Jahres hatte er das harte Vorgehen der Polizei gegen Gezi-Demonstranten verurteilt. Ebenfalls im vergangenen Jahr bestätigte ein Berufungsgericht eine Bewährungsstrafe gegen Say wegen Beleidigung des Islams. Er hatte angeblich islamkritische Twitter-Nachrichten gesendet.

Von

dpa

Kommentare (2)

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G. Nampf

20.10.2014, 14:21 Uhr

Herr Say,

kommen Sie nach Deutschland. Wir haben zwar auch keine Demokratie (mehr), aber Sie können als Pianist wenigstens Ihren Beruf ausüben, denn Menschen, die etwas können, sind in D gernegesehen, auch wenn sie aus der Türkei kommen. Und wenn Sie die AKP-Regierung weiterhin von D aus kritisieren, werden Sie auch Beifall von vielen Wertkonservativen bekommen.

Frau lepenis leckmeinhausen

20.10.2014, 16:06 Uhr

Das deutscre Regime verbietet auch neuerdings jegliche Regierungskritik/Satire. Die Heute Show wird ebenfalls boykottiert, sie darf nicht mehr in den Bundestag.
Das Zeigt, wie sehr die Medienlandschaft gleichgeschaltet wurde.
Mit der Türkei brauchen wir uns nicht zu beschäftigen und schon gar nicht Heuchelei zu betreiben. Es gibt genug Probleme hierzulande mit denen wir uns auseinander setzen müssen. Wie etwa der Korruption.

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