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11.10.2014

17:42 Uhr

Republikaner im Silicon Valley

Neuanfang im Feindesland

VonAxel Postinett

Das Silicon Valley ist voller technologiebegeisterter Menschen. Genau diese gewann Barack Obama mit seiner aktiven Nutzung neuer Medien. Nun blasen die Republikaner zum Gegenangriff: In T-Shirt statt im Maßanzug.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Früher unterstützte er Obama. Heute spendet er auch an Thinktanks, die den Republikanern nahestehen. dpa

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Früher unterstützte er Obama. Heute spendet er auch an Thinktanks, die den Republikanern nahestehen.

New YorkEr schläft auf Parkbänken und in Obdachlosenheimen, das Essen kommt von der Foodbank. Neel Kashkari, den früheren Wall-Street-Banker und ehemaligen Fondsmanager bei Pimco, hatte es hart erwischt. Jedenfalls für eine Woche im Juli 2014: Da setzte sich der Kandidat für das Gouverneursamt von Kalifornien mit 40 Dollar in der Tasche in T-Shirt und Jeans in den Greyhound-Bus von Los Angeles nach Fresno und suchte einen Job.

„Das war eine der härtesten Wochen meines Lebens“, resümiert der 41-jährige am Ende des Selbstversuchs: „Ich kam nach Fresno in der Hoffnung auf irgendeinen Job, aber ich habe nichts gefunden. Das Geld ist mir ausgegangen und am Ende bin ich im Obdachlosenasyl gelandet.“

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Neel Kashkari will der neue Typ Republikaner sein, und dafür schreckt er vor nichts zurück. Die alten Stereotypen der Partei, deren Kürzel „GOP“ heute immer seltener mit „Grand Old Party“ übersetzt wird, sondern mit „Grumpy Old People“, die Partei für die verbitterten alten (weißen) und technologiefeindlichen Leute, will er durchbrechen. Er will den Kaliforniern, die ihn am 4. November wählen sollen, zeigen, dass er sich um alle kümmert, nicht nur um die aus dem „einen Prozent“, die Superreichen.

Schafft der Sohn indischer Immigranten den Einzug ins Capitol in der Hauptstadt Sacramento, stehen alle Tore wieder offen für die konservative Partei, die den „Golden State“ an der Westküste praktisch schon aufgegeben hatte. Doch die Karten könnten neu gemischt werden.

Mit dem großen Geld in San Francisco und im Silicon Valley steigen die Chancen und die Sympathien für die konservativen Ideale der Republikaner, wenn sie denn in neuem Gewand daherkommen. Sonst bleibt die GOP die Splitterpartei in der demokratischen Hochburg Kalifornien.

Die Zeit für einen Neuanfang im Feindesland scheint reif, ist sich auch Rand Paul, Senator aus Kentucky sicher. Der Geheimfavorit für die Präsidentschaftskandidatur 2016 will „ein Büro in der San Francisco Bay-eröffnen“ erklärte er Mitte September auf einem Parteikongress in Los Angeles. Er werde „ziemlich oft“ ins Silicon Valley kommen, erklärte er dem San Francisco Chronicle. „Hier gibt es smarte Leute und wir wollen mit ihren herausfinden, wie wir die Wahl gewinnen können.“

Bislang ist ein anderer regelmäßiger Stammgast im Internet-Epizentrum: Präsident Barack Obama. Der Demokrat genoss 2008 hier eine überwältigende Zustimmung und Unterstützung, seine intensive Nutzung von Web-Technologie und Social Media, als republikanische Gegner noch im Web vor sich hin dilettierten, gilt als einer der Schlüssel zu seinem Erfolg.  2012 war die Stimmung schon etwas gedämpfter. Aber immer noch war die Unterstützung ausreichend.

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