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11.11.2011

11:58 Uhr

Republikaner

Jetzt wird´s richtig schmutzig im US-Wahlkampf

VonNils Rüdel

Sie streiten, sie lästern, und jetzt auch noch eine Schlammschlacht: Die Präsidentschaftskandidaten der Republikaner geben derzeit ein katastrophales Bild ab. Gut für den angeschlagenen US-Präsidenten Obama. 

Präsidentschaftskandidaten der Republikaner: Herman Cain (l.) und Rick Perry. Reuters

Präsidentschaftskandidaten der Republikaner: Herman Cain (l.) und Rick Perry.

WashingtonEr ist zwar noch nicht ganz Präsident der Vereinigten Staaten, aber es fühlt sich schon ein bisschen so an. Das Publikum applaudiert, einige erheben sich, als Herman Cain den Raum betritt. Ihm zur Seite Bodyguards, groß wie Berge, und ein Moderator, der drei Mal betont, man möge sitzen bleiben, wenn der prominente Gast später wieder geht. Sicherheitsgründe.

Eingeladen nach Washington hat den derzeit schillerndsten Anwärter für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner das American Enterprise Institut (AEI), ein konservativer Think Tank. Angespornt durch nette Fragen des Moderators und quietschvergnügt darf der Gründer der Kette „Godfather’s Pizza“, Motivationstrainer und Radiomoderator dann sein radikales Steuerprogramm „9-9-9“ erläutern. „Ja, ich bin ein unkonventioneller Typ“, sagt Cain mit Bassstimme und breitem Südstaatenakzent. „Aber ich bin ein Geschäftsmann, der weiß, wie man Probleme löst“. Applaus.

Das war Montag vergangene Woche. Es sollte der vorerst letzte öffentliche Auftritt sein, bei dem Cain unbeschwert über sein Wahlprogramm plaudern konnte. Denn seitdem gibt es um ihn nur ein Thema: Den Verdacht, er habe in den 90er Jahren untergebene Frauen sexuell belästigt. Vier von ihnen haben sich bereits gemeldet, Cain bestreitet die Vorwürfe. Er verdächtigt stattdessen seinen Konkurrenten Rick Perry, Urheber der Sex-Vorwürfe zu sein. Der wiederum bezichtigt Mitt Romney, der ebenfalls um die Nominierung zum Herausforderer Barack Obamas im nächsten Jahr kämpft.

Und so ist der ohnehin schon bizarre Wahlkampf der Republikaner, acht Wochen vor den ersten Vorwahlen, um eine Schlammschlacht reicher. Die acht Kandidaten überbieten sich seit Monaten mit radikalen Forderungen bis zur Karikatur: Am besten gar keine Steuern, keine Regulierung, keine gesetzliche Gesundheitsvorsorge. Sie belauern sich, lästern übereinander oder versuchen sich gegenseitig bei den TV-Debatten bloßzustellen. Selbst die eigene Partei scheint mit niemandem richtig zufrieden zu sein, zu oft wechseln sich die Kandidaten in den Umfragen ab.

Kommentare (1)

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11.11.2011, 12:08 Uhr

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Ein schwarzer Republikaner,
Hunderttausendfacher Treppenwitz der Geschichte.
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