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02.06.2011

19:48 Uhr

Republikaner

Mitt Romney will US-Präsident werden

Umfragen sehen ihn auf Erfolgskurs, Kritiker aber finden ihn zu weich fürs Weiße Haus. Mitt Romney geht nach seiner bitteren Niederlage vor vier Jahren zum zweiten Mal ins Rennen um die Präsidentschaft.

Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, bewirbt sich als Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner. Quelle: Reuters

Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, bewirbt sich als Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner.

WashingtonDer US-Republikaner Mitt Romney ist jetzt offiziell in den Präsidentschaftswahlkampf eingestiegen. Am Donnerstag erklärte der Multimillionär und frühere Gouverneur von Massachusetts seine erneute Kandidatur. Romney hatte bereits 2008 seinen Hut in den Ring geworfen, im republikanischen Vorwahlkampf jedoch gegen John McCain verloren. Diesmal zählt der 64-Jährige laut Meinungsforschern zu den Bewerbern mit den besseren Aussichten.

Der einst erfolgreiche Geschäftsmann gilt als Experte für Wirtschaftsthemen, die wegen der hohen Arbeitslosigkeit und den immensen Staatsschulden in den USA voraussichtlich den Wahlkampf beherrschen werden. Er wolle ein wirtschaftlich und außenpolitisch krisengeschütteltes Amerika in eine bessere Zukunft führen, sagte Romney bei einer Pressekonferenz in New Hampshire. „Das Land, das wir lieben, ist in Gefahr.“

Damit verdichtet sich allmählich das Feld der Bewerber, unter denen in parteiinternen Vorwahlen ein Herausforderer für den demokratischen Präsidenten Barack Obama ermittelt wird. Der Amtsinhaber stellt sich im November 2012 zur Wiederwahl.

Romney, der sich auch als Organisator der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City 2002 einen Namen gemacht hatte, ging bei seinem Auftritt am Donnerstag massiv auf Konfrontationskurs zum Amtsinhaber. „Barack Obama hat versagt“, meinte Romney in Bezug auf dessen Wirtschaftspolitik. „Er hat die Dinge verschlimmert.“

Auch die Außenpolitik des Präsidenten sei gescheitert. Obama habe sich zu oft für sein Land entschuldigt und zu früh den Abzug der Truppen aus Afghanistan eingeleitet. Er dagegen wolle die USA von dem „großartigsten Militär“ beschützen lassen, das es jemals gab.

Kritiker werfen Romney hingegen vor, zu opportunistisch zu sein. So habe er im letzten Vorwahlkampf nicht eindeutig genug Stellung zu Themen wie Abtreibung bezogen, die auf der konservativen Agenda ganz oben stehen. Und dass er in seiner Gouverneurszeit eine Gesundheitsreform erließ, die dem von Republikanern so verhassten Gesetz Obamas stark ähnelt, macht ihn für viele Parteigenossen kaum wählbar. Romney nannte Obamas Werk „verheerend“ und will es komplett rückgängig machen.

Sein Familien- und Privatleben wiederum lässt ihn als konservative Leitfigur erstrahlen. Selbst Sohn eines Gouverneurs, führt der Absolvent der Elite-Universität Harvard seit mehr als 40 Jahren eine beständige Ehe, die fünf Söhne hervorbrachte. Als Chef einer Investmentfirma machte er ein Vermögen. Und streng gläubig ist er auch: Würde er die Präsidentschaftswahl 2012 gewinnen, wäre er der erste Mormone im Weißen Haus.

Zuvor muss er sich gegen prominente Parteigenossen wie den ehemaligen Parlamentspräsidenten Newt Gingrich oder den früheren Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, durchsetzen, die ebenfalls ihre Kandidatur erklärt haben.

Diese Kontrahenten bereiten ihm in den Umfragen jedoch weniger Sorgen als die erste Frau, die sich jemals für die Republikaner um das Vize-Präsidentenamt beworben hatte: Sarah Palin. Nachdem sie 2008 neben McCain gegen Obama antrat, erwägt die Rechtspopulistin diesmal offenbar eine eigene Kandidatur.

Von

dpa

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