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11.06.2012

16:58 Uhr

Rettungsantrag

Spanien bleibt in der Schusslinie der Märkte

Die geplanten Hilfen für spanische Banken haben nur für eine kurze Entspannung gesorgt. Die Anleihenrenditen steigen, der Euro bleibt schwach. US-Nobelpreisträger Stiglitz redet von „Voodoo-Ökonomie“ der Euro-Zone.

EFSF oder ESM: Woher die Hilfen für Spanien kommen ist noch offen. dpa

EFSF oder ESM: Woher die Hilfen für Spanien kommen ist noch offen.

Madrid/Berlin/FrankfurtSpanien steht trotz des Hilferufs für seine maroden Banken in der Euro-Krise weiter voll in der Schusslinie. Die Investoren verlangten am Montag sogar höhere Renditen für die Anleihen des EU-Landes, das auch wegen seiner Schuldenprobleme im Visier der Finanzmärkte steht. Auch für Italien wird der Schuldendienst immer teurer. Dennoch will das Land nicht als nächstes unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die zugesagten EU-Hilfen für Spaniens Banken von bis zu 100 Milliarden Euro positiv: Sie seien „ein gutes Zeichen für Märkte und Partner, dass Europa handlungsfähig ist“.

„Der Rettungsantrag war wie eine Beruhigungspille, die aber nur bis zum Mittag gewirkt hat“, sagte ein Händler. Die Kurse der zehnjährigen Papiere Spaniens und Italiens rutschten am Montag nach einem kurzen Erholungsmoment wieder ab, im Gegenzug stiegen die Renditen. Auch der Euro grenzte seine Gewinne ein und notierte nur noch bei 1,2543 Dollar. Im Handelsverlauf war er zeitweise bis auf 1,2668 Dollar gestiegen.

Die Reaktion aus China fiel eher verhalten aus: „Wir hoffen, dass diese Maßnahmen hilfreich sein werden, die Krise einzudämmen“, sagte Vize-Finanzminister Zhu Guangyao. Der amerikanische Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz kritisierte das Vorgehen als „Voodoo-Ökonomie“. „Das System ist: Die spanische Regierung rettet die spanischen Banken, und die spanischen Banken retten die spanische Regierung“, sagte der Forscher im Reuters-Interview. Dies könne nicht funktionieren. Stattdessen müsse Europa die Schaffung eines gemeinsamen Bankensystems und einer Fiskalunion vorantreiben.

Der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn erklärte, die Eurogruppe habe sich am Samstag bewusst für eine hohe Summe an Hilfen entschieden, um keinerlei Zweifel über die Abwehrbereitschaft aufkommen zu lassen. Mit dem relativ großen Betrag sei das klamme Land für das allerschlimmste Szenario und den größten Stress im Bankensektor gewappnet. Allerdings werde der Regierung in Madrid zur Auflage gemacht, den Bankensektor umzubauen, damit die Institute der Realwirtschaft dienten statt sich wie in der Vergangenheit auf Spekulationen zu verlegen.

Die EZB mahnte Spanien allerdings, seine Pläne zum Aufbau von Bad Banks zu überarbeiten, in die Geldhäuser ihre toxischen Vermögenswerte aus dem Immobiliensektor auslagern können. „Es bleibt unklar, ob das angestrebte Rahmenwerk ausreichend ist, um eine effiziente Trennung der Risiken der Banken zu erreichen“, kritisierten die Frankfurter Währungshüter.

Kommentare (2)

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Zinssklave

11.06.2012, 17:11 Uhr

Liebes Handelsblatt,

alle Politiker und "Experten" sprechen von mehr Wachstum als Problemlöser.

Warum erklären Sie uns nicht weshalb die Wirtschaft gezwungen ist immer zu Wachsen???

Warum erklären Sie Ihren Lesern nicht, dass das Problem nicht im Wachstum sondern im Geldsystem bzw. Zinseszins steckt?

Geld wird nur über Kredit erschaffen!!!

Geld = Schuld

Wenn beispielsweise im Euroland die Geldmenge 1 Millionen ist, ist auch gleichzeitig die Schuldenmenge 1 Millionen plus Zins!!

Da Geld verzinst wird und somit die Geldmenge jedes Jahr größer wird, wird auf der anderen Seite auch die Schuldenmenge jedes Jahr größer!

Schulden sind in unserem Geldsystem Systembedingt!

Keine Schulden = Kein Geld!!

Jedes Jahr müssen neue Schuldner ( Bürger, Unternehmen, Staaten ) gefunden werden, die sich neu verschulden um die Zinsen ( Neues Geld ) zu schaffen bzw. zu zahlen!!!

Da Banken Kredite ( Neues Geld ) nur gegen Sicherheiten "verleihen" muss die Produktion jedes Jahr wachsen!!!

Wenn es keinen Zinseszins gäbe, müssten wir nicht jedes Jahr wachsen!

Mann kann das System auch anders beschreiben:

Die Schlauen leben von den Dummen und die Dummen von der Arbeit!


AUFWACHEN!!!!!!!!!!!!

Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke


Weitere Infos finden Sie unter:

www.wissensmanufaktur.net

so_what

11.06.2012, 18:03 Uhr

Ja, Spanien bleibt in der Schußlinie und bald ist Italien dran.


Jetzt schießt erstmal Fitch gegen die größten span. Banken ihre Pfeile ab:

Fitch stuft Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) auf "BBB+" herab, Ausblick negativ
vor 5 Min (17:16) - Echtzeitnachricht

Fitch stuft Banco Santander auf "BBB+" herab, Ausblick negativ
vor 6 Min (17:15) - Echtzeitnachricht

..........

Die Rettungsaktion sollte "die Märkte" beruhigen und überzeugen, ihnen zeigen, wie beherzt man eingreift.
Merkel war ja schon so glücklich......

ABER :

Die Euphorie bleibt trotz der Rettungsaktion für die spanischen Banken an Wall Street aus. Die Indizes reagieren mit Abschlägen auf das zugesicherte Hilfspaket für die Iberer.
Grundsätzlich wird dieses zwar positiv bewertet, doch die Probleme des Landes sind damit noch längst nicht gelöst.

Zudem schießt sich der Markt schon auf das nächste Sorgenkind der Eurozone ein: ITALIEN. Dort legen die Renditen auf die Staatsanleihen deutlich zu.
Auch die Rendite zehnjähriger span. Anleihen liegt wieder über der Marke von 6 %, nachdem sie am Morgen mit den Nachrichten vom Wochenende unter dieses Niveau
gefallen war.

...........

Man will uns auch aus USA möglichst schnell in die Totale Fiskalunion, eine Bankenunion, einen gemeinsamen Einlagensicherungs-Fonds, eine Schuldenvergemeinschaftung via EURO-Bonds drängen, genau SO ist es von der EU-Kommission auch angedacht, dafür sorgen die Goldmänner auf den entsprechenden Posten bei der EU...

Wir nicken dann nur noch ab.........

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