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15.03.2012

20:55 Uhr

Rettungspaket

IWF-Chefin redet Griechenland ins Gewissen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Beteiligung am zweiten Rettungspaket für Griechenland beschlossen. Dessen Chefin hat erhebliche Bauchschmerzen wegen der Entscheidung und mahnt Griechenland zu Disziplin.

IWF-Chefin Christine Lagarde. Reuters

IWF-Chefin Christine Lagarde.

DüsseldorfDie Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, redet Griechenland ins Gewissen, die zugesagten Reformen rasch umzusetzen. „Die Risiken für das Programm sind außerordentlich
hoch, und es gibt keinen Raum für Verzögerungen“, sagte die Französin am Donnerstagabend. Zuvor hatte der Exekutivrat der Institution einen Beitrag der Institution in Höhe 28 Milliarden Euro zum zweiten griechischen Hilfspaket genehmigt. Davon dürfen etwa 1,65 Milliarden Euro unmittelbar ausgeschüttet werden, teilte der IWF in Washington mit.

„Die volle und rechtzeitige Umsetzung der geplanten Anpassungen sind kritisch für den Erfolg“, wurde Lagarde in einer Mitteilung des IWF weiter zitiert. Die größten Herausforderungen seien die mangelnden Wettbewerbsbedingungen, die hohen Staatsschulden und das schwache Bankensystem.

Die Höhe der Stützung sei im Verhältnis zum Anteil Griechenlands am Fonds außergewöhnlich, hieß es weiter. Von der Gesamtsumme stammen aus dem ersten Hilfspaket für Griechenland zehn Milliarden Euro, die jedoch nie ausgezahlt wurden. Bei den verbleibenden 18 Milliarden Euro handelt es sich um frische Mittel.

„Der Fonds und seine europäischen Partner geben Griechenland außergewöhnlich große Unterstützung und wir werden das so lange fortführen, wie Griechenland Fortschritte macht“, sagte auch der zuständige Chefkontrolleur Poul Thomsen. Der IWF sende ein starkes Signal, dass die Umsetzung der Reformen besser gelingen müsse als 2011, als „weniger als erwartet“ geschehen sei. Wichtig sei nun, dass die Konjunktur an Fahrt aufnehme und es dem Staat in der Haushaltspolitik gelinge, mehr Steuern einzutreiben und seine Ausgaben weiter einzuschränken.

Am Mittwoch hatte das zweite Griechenland-Hilfspaket eine weitere Hürde genommen. Die zuständigen Finanzstaatssekretäre der Euro-Zone hatten das Hilfsprogramm im Gesamtvolumen von 130 Milliarden Euro freigegeben. „Die Mitglieder der Euro-Zone haben heute formell das zweite Anpassungsprogramm für Griechenland bewilligt“, so Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker.

Alle erforderlichen nationalen und parlamentarischen Verfahren seien nunmehr abgeschlossen. Außerdem hätten die Regierungen der Euro-Länder den vorläufigen Rettungsschirm EFSF ermächtigt, in diesem Rahmen schon einmal 39,4 Milliarden Euro an Griechenland freizugeben, die in verschiedenen Tranchen fließen sollen. Die Euro-Finanzminister hatten bereits Ende vergangener Woche 35,5 Milliarden Euro öffentlicher Hilfen freigegeben, die zur Absicherung des Schuldenschnitts für private Gläubiger benötigt wurden.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

15.03.2012, 18:13 Uhr

Für alle, die heute noch nicht gelacht haben :
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/39886/

Account gelöscht!

15.03.2012, 18:50 Uhr


Hart aber Herzlich. Die Dame wird auch nicht die Zusatzklausel Appendix III lesen : Auflösung EU Parlament und Übertragung Pflichtaufgaben an Landesabgeordnete. Dann wuerde sie in Wallung kommen.

Rainer_J

15.03.2012, 21:28 Uhr

Zitat:"IWF-Chefin redet Griechenland ins Gewissen"

Und wer glaubt das?

Die korrupte Elite in Griechenland hat kein Gewissen und Lagarde ist auch nicht besser. Die ist doch mindestens genauso korrupt und illegal.

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