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23.08.2011

16:04 Uhr

Rettungspaket

Streit um Griechenland-Garantien spaltet EU

Die Gespräche um den Garantien-Streit laufen: Nachdem Finnland mit Athen eine Extra-Sicherheit als Gegenleistung für Hilfskredite ausgehandelt hat, pochen Österreich und die Niederlande auf Gleichbehandlung.

Die 17 Euro-Staaten wollen das zweite Rettungspaket für Griechenland auf den Weg bringen, doch noch gibt es Streit um die Extra-Sicherheiten. dpa

Die 17 Euro-Staaten wollen das zweite Rettungspaket für Griechenland auf den Weg bringen, doch noch gibt es Streit um die Extra-Sicherheiten.

BrüsselDer Streit um Zusatzsicherheiten beim neuen Rettungspaket für Griechenland spaltet die Euroländer. Wie die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel berichtete, laufen Gespräche zur Lösung des Konflikts. Wann die 17 Staaten mit der Gemeinschaftswährung entscheiden, ist bisher offen. 

Die EU-Kommission drückt einen Monat nach dem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone aufs Tempo. „Es ist sehr wichtig, dass die Vereinbarungen des Treffens vom 21. Juli rasch und vollständig umgesetzt werden“, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn. Der Gipfel hatte sich auf ein neues Hilfspaket von 109 Milliarden Euro für Athen verständigt, dazu kommt noch eine Beteiligung privater Gläubiger von etwa 50 Milliarden Euro. 

Hintergrund des neuen Streits ist eine von Finnland mit Athen ausgehandelte Extra-Sicherheit als Gegenleistung für Hilfskredite. Der Sprecher sagte, ähnliche Wünsche anderer Euroländer lägen offiziell bisher nicht vor. 

In der vergangenen Woche hatten Österreich und die Niederlande auf eine Gleichbehandlung gepocht. Die französische Tageszeitung „Le Monde“ (Dienstag) nennt auch die Slowakei und Slowenien als potenzielle Kandidaten für Extra-Sicherheiten. 

Der Sprecher sagte, die Vereinbarung von Juli-Sondergipfel lasse Extra-Sicherheiten explizit zu; die Formulierung sei jedoch weitgefasst und müsse nun präzisiert werden. Finnland und Griechenland hätten ihre Abmachung den Europartnern präsentiert - zu Details nahm der Sprecher keine Stellung. 

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

23.08.2011, 17:10 Uhr

Im Hintergrund wird, Gerüchten zufolge, gerade Finnland bearbeitet, seine Forderung nach Zusatzgarantien offiziell ruhen zu lassen, wenn entsprechende und vertrauliche Kompensationszusagen an anderer Stelle getätigt werden. Sollte dies zutreffen, würde die Kungelei und Hinterzimmerpolitik das Restvertrauen in die Euroinstitutionen weiter erodieren lassen und damit in die Demokratiefähigkeit des Politikmolochs Brüssel.

nobum

23.08.2011, 18:02 Uhr

@Ron777
Es geht auch einfach:

Finnland rückt von Griechen-Sonderdeal ab.
http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:schuldenkrise-finnland-rueckt-von-griechen-sonderdeal-ab/60094416.html

Empoert

23.08.2011, 18:31 Uhr

Diese "Gerüchte" treffen offenbar keineswegs zu, nach aktuelleren Meldungen beharren sowohl Finnland als auch diverse andere Länder auch offiziell auf Sicherheiten. Die Südländer kassieren also, die wenigen kleinen soliden Länder sichern sich ab, und Deutschland ist der Dumme und zahlt ohne Aussicht, das Geld je wieder zu sehen. Es ist also wie üblich: "Europa" bedeutet, dass Deutschland für die Fehler der anderen blutet.

Schluss mit diesem Unsinn, eine Freihandelszone Europa ohne politischen Zirkus und ohne gemeinsame Währung tuts auch! Was hier geschieht, ist eine Versündigung an heutigen und künftigen deutschen Steuerzahlern von gigantischem Ausmaß. Wo ist die Partei, die diesen Irrsinn stoppt?

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