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07.07.2012

02:24 Uhr

Rettungspaket

Zypern will Auflagen für Euro-Finanzhilfe vermeiden

Während für EU-Diplomaten die Flucht des Landes unter den Rettungsschirm kein "Bankenrettungsprogramm light" zur Folge haben soll, lehnt der zyprische Präsident Bedingungen ab, die er als ungerecht ansieht.

Es gibt Streit um die Bedingungen für das Rettungspaket für Zypern. dpa

Es gibt Streit um die Bedingungen für das Rettungspaket für Zypern.

BrüsselStreit um die Bedingungen für das Rettungspaket für Zypern: Während für EU-Diplomaten die Flucht des Landes unter den Euro-Rettungsschirm kein bloßes "Bankenrettungsprogramm light" zur Folge haben soll, lehnte der zyprische Präsident Dimitris Christofias Bedingungen ab, die er als ungerecht ansieht. Zypern verfolge einen ausgeglichenen Ansatz und wolle die Last der Krise nicht ausschließlich den Arbeitern aufbürden, sagte Christofias am Freitag. Finanzminister Vassos Shiarly fügte hinzu, dass die Bedingungen für Zypern nicht so hart sein würden, wie etwa jene für Griechenland, weil die Situation des Landes eine andere sei. Zypern brauche Geld, um seine Banken zu retten, nicht wegen seines hohen Schuldenniveaus, sagte Shiarly.

Anders klang das hingegen in Brüssel. "Das ist kein nur auf die Banken bezogenes Paket, sondern Zypern hat einen Vollantrag gestellt", hieß es am Freitag in Diplomatenkreisen auf die Frage, ob die Regierung in Nikosia ähnlich wie Spanien mit gelockerten und auf den Finanzsektor beschränkten Auflagen rechnen könne. Es gehe nicht um "ein spezifisches Instrument", sondern um ein umfängliches Programm" mit "umfassender Konditionalität". Wie genau dies aussehen könne, werde nach Abschluss der laufenden Prüfung durch die Troika entschieden. Parallel versucht Zypern auch noch, sich einen Kredit von Russland zu sichern, der nicht an Sparauflagen gebunden ist.

Seit Wochenbeginn ermitteln die Buchprüfer der EU-Kommission, Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds im Land den Finanzbedarf des zyprischen Staats und der angeschlagenen Banken. Wegen der laufenden Bestandsaufnahme erwarten Diplomaten bei dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel auch noch keinen Beschluss zum Rettungsprogramm für Nikosia.

Von

dapd

Kommentare (8)

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07.07.2012, 02:52 Uhr

"Zypern verfolge einen ausgeglichenen Ansatz und wolle die Last der Krise nicht ausschließlich den Arbeitern aufbürden, sagte Christofias am Freitag."

Christofias ist Kommunist. Deshalb das Gewäsch über die "Arbeiter".

In Wirklichkeit gibt es auf Zypern im wesentlichen Fischer, Schafhirten, Kellner und Bankangestellte.

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Na gut - erst dachte ich ja, die Zyprioten wollen vernünftig sein. Und war einer Zustimmung zu einem Rettungsantrag nicht abgeneigt.

Aber, wenn die 'rumspinnen wollen wie die Griechen, läßt man sie wohl besser mit den Griechen zum Hades fahren.

vollkommen_egal

07.07.2012, 03:54 Uhr

Zypern hatte sich vlt wegen des Vorsitzes geouted.
Man möchte gar wissen, wer sich da künftig noch alles outen wird bei den kommenden Vorsitzen.

btw

07.07.2012, 04:03 Uhr

Scheibchenweise geht das: bis Europa einfach in Trümmern liegt.
Wer weiß, vlt ist genau das Gegenstand eines neoliberalen Konzepts von dem nichteinmal die Kanzlerin eine Ahnung hat?

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