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10.02.2017

14:20 Uhr

Rettungsprogramm für Griechenland

Europäer und IWF einigen sich auf Reformpaket

Griechenland kommt der nächsten Finanzspritze näher: Der IWF und die europäischen Geldgeber haben sich grundsätzlich auf die Reformforderungen geeinigt. Ob Athen sich an die Auflagen hält, ist weiter offen.

Griechenland ist von weiteren Zahlungen der europäischen Partner abhängig. dpa

Neue Hoffnung für Athen

Griechenland ist von weiteren Zahlungen der europäischen Partner abhängig.

BerlinDie Europäer und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich im Streit um das griechische Rettungsprogramm offenbar auf eine gemeinsame Position geeinigt. Die Vertreter der Geldgeber hätten sich in Telefonschalten auf ein Reformpaket verständigt, sagte ein Insider dem Handelsblatt. Am Freitag sollten diese abgestimmten Forderungen der griechischen Regierung bei einem Treffen in Brüssel vorgelegt werden. Daran soll Finanzminister Euklid Tsakalotos teilnehmen.

Ob Athen die Auflagen akzeptiere, sei allerdings noch offen. Falls ja, könnten die Kontrolleure der Geldgeber in der kommenden Woche nach Griechenland zurückkehren, hieß es. Schon eine Verständigung zwischen den Geldgebern gilt als Fortschritt. Der Währungsfonds soll das von den Europäern geforderte Haushaltsziel eines Primärüberschusses von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) immerhin für eine begrenzte Zeit akzeptieren. Die Rede ist von den Jahren 2018 und 2019. Der IWF hatte lange eine Lockerung der Sparauflagen gefordert und argumentiert, dass ein Ziel von 1,5 Prozent besser für das griechische Wirtschaftswachstum sei.

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Die Frage, welche Sparauflagen Athen für die Zeit ab 2020 auferlegt werden sollen, scheint allerdings noch offen. Das solle später geklärt werden, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Dann soll auch über mögliche Schuldenerleichterungen diskutiert werden. Die fordert der IWF weiterhin, während die Bundesregierung sie ablehnt. IWF-Europadirektor Poul Thomsen hatte vergangene Woche Gespräche im Berliner Finanzministerium geführt.

Die Europäer, allen voran Deutschland, sollen weiterhin dafür werben, dass Griechenland möglichst lange die ambitionierten Haushaltsziele erreicht. Die Strukturreformen, die man der Athener Regierung nun vorlege, sollten „permanent“ wirken, betonte ein Verhandlungsführer. Details sollen dann von den Kontrolleuren in Athen geklärt werden.

Kommentare (8)

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Herr Gerald Gantz

10.02.2017, 14:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Gerald Gantz

10.02.2017, 15:05 Uhr

Nicht zu vergessen, daß uns der Schutz unserer Südost-Flanke doch einiges Wert sein muß. 90% der weltweit existierenden Schutzbedürftigen werden uns durch Griechenland vorenthalten. Ob bedanken dafür ausreicht?

Rainer von Horn

10.02.2017, 15:35 Uhr

Ich bin mir sicher, daß sich die Griechen wie bisher strengstens an die Reformauflagen halten werden. Vielleicht wäre es aber zusätzlich möglich für die kolportierten 86 MRD Euro, die Pleite-Griechenland nun von den europäischen Steuerzahlern wieder leistungslos geschenkt erhält, den Türkei-Pakt von der EU übertragen zu bekommen, um uns die Okkupanten vom Leib zu halten, dann wäre das Geld ja noch sinnvoll investiert und das Land hätte das erste Mal in seiner jüngeren Geschichte ein sinnvolles und sogar tragfähiges Geschäftsmodell und das griechische Militärbudget würde passsen.

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