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30.08.2011

09:48 Uhr

Rettungsschirm

Aufseher fordert weitere Hilfen für Europas Banken

Bankenaufseher Enria alarmiert Europas Finanzminister. Die Kapitalbasis der Banken sei so dünn, dass sie rasch Finanzspritzen benötigten. Das Geld solle der Rettungsschirm EFSF bereitstellen - was Berlin gar nicht passt.

Dunkle Gewitterwolken über der Skyline von Frankfurt am Main. dpa

Dunkle Gewitterwolken über der Skyline von Frankfurt am Main.

HamburgDie europäische Bankenaufsicht EBA ist offenbar in großer Sorge über die knappe Kapitalausstattung europäischer Banken. Die Behörde setzt sich für schnellere Kapitalspritzen für angeschlagene Geldinstitute ein. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ forderte EBA-Chef Andrea Enria in einem Brandbrief an den Rat der europäischen Finanz- und Wirtschaftsminister, dass der europäische Rettungsschirm EFSF fortan direkt Geld an Banken geben darf, um sie vor Schieflagen zu retten. Dem Bericht zufolge plant Enria, sein Schreiben am Dienstag oder Mittwoch abzuschicken.

Der 725 Milliarden Euro schwere Rettungsfonds würde damit zum Miteigentümer der Geldhäuser - und sein Aufgabengebiet ein weiteres Mal ausdehnen. Bisher darf der Krisenfonds nur Geld an einzelne Länder verleihen. Die Staaten können es aber, wie im Fall von Irland, an ihre Finanzinstitute weiterreichen.

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Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert weiterhin die Rede der IWF-Chefin beim internationalen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Für ihre Offenheit erntet die IWF-Chefin Lob.

Die EFSF könnte bei Verwirklichung von Enrias Vorschlag künftig bei Bedarf schneller handeln als bislang und damit notleidende Banken mit einem dickeren Kapitalpolster ausstatten, schreibt das Blatt. Enria stelle sich mit seinem Vorstoß gegen EU-Kommission und Bundesregierung, liege aber auf einer Linie mit Christine Lagarde. Die IWF-Chefin hatte am Wochenende mit ihrer Forderung, Europas Banken dringend mit Milliarden zu versorgen, Aufsehen erregt. Nur so könnten sie den Risiken widerstehen, die angesichts der Schuldenkrise und des schwachen Wirtschaftswachstums drohten.

Die Mehrheit der 27 EBA-Länder habe den Plan bereits gutgeheißen. Deutschland allerdings sei strikt gegen mehr Befugnisse für den EFSF, berichtete die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf einen „deutschen Insider“. „Die EBA lässt ihre Muskeln spielen. Sie macht eine Tür auf, die wir geschlossen halten wollen“, zitiert ihn die Zeitung. Das Geforderte gehe weit über die Beschlüsse des Gipfels der Eurozone vom 21. Juli hinaus.

Die Bankenaufsicht EBA hatte im Juli die Ergebnisse ihres jüngsten Stresstests von 91 europäischen Banken veröffentlicht. Dabei fielen nur acht Banken durch, unter ihnen fünf spanische Institute. Die Stresstests sollten die Widerstandsfähigkeit von Banken im Falle einer Krise überprüfen. Die EBA hatte sich dazu Krisenszenarien ausgedacht, die die Banken durchrechnen mussten.

Der europäische Rettungsfonds verfügt über 725 Milliarden Euro von Euro-Ländern, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF). Er soll 2013 auslaufen und von einem ständigen Krisenmechanismus abgelöst werden.

Von

dapd

Kommentare (36)

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Ergo

30.08.2011, 09:33 Uhr

Hunderttausende Rentner müssen zusätzlich arbeiten gehn,
um über die Runden zu kommen und jetzt sollen die Banken wieder Geld nachgeworfen kriegn.
Was für ein Scheiß-System.

ChristophKo

30.08.2011, 09:39 Uhr

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die Grossbanken überlebenswichtig für Deutschland und Europa sind. Wir haben ein gutes Netz aus mittelgrossen Banken, die die Kapitalversorgung der deutschen Wirtschaft, auch von Grosskunden händeln. Es sei denn man spalte die Finanzierungstätigkeit vom Eigenhandel und einigen Investmentstätigkeiten ab. Es ist nicht zu vermitteln, dass Steuerzahler Einschnitte hinnehmen müssen, um den Eigenhandel, Hedgefondsfinanzierung u.ä. der Grossbanken zu finanzieren.

alessandro

30.08.2011, 09:39 Uhr

Moderne Geldentwertung, beim Bürger werden die Daumenschrauben angezogen durch Steuern/Inflation und die Bankenindustrie bekommt frisches Cash aus der Working Class zugeführt.

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