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31.01.2011

22:12 Uhr

Revolte in Ägypten

Mubaraks Macht bröckelt

Vor dem "Marsch der Millionen" auf seinen Präsidentenpalast kehrt das Militär dem Diktator offenbar den Rücken: Vizepräsident Suleiman kündigte Verhandlungen mit der Opposition an, die Militärführung erklärt die Protestforderungen für legitim und weigert sich zu schiessen. Bäumt sich Mubarak noch einmal auf?

Die Proteste in Ägypten dauern an: Für Dienstag werden Großdemonstrationen erwartet. dpa

Die Proteste in Ägypten dauern an: Für Dienstag werden Großdemonstrationen erwartet.

HB KAIRO. Die durch tagelange Proteste unter Druck gesetzte ägyptische Regierung hat am Montagabend umfassende Reformen in Aussicht gestellt. Der erst unter dem Eindruck der Massendemonstrationen ernannte Vize-Präsident Omar Suleiman kündigte Gespräche mit allen politischen Kräften über Verfassungsreformen an. Experten halten es für unwahrscheinlich, dass der seit 30 Jahren amtierende Präsident Husni Mubarak sich bei freien Wahlen lange im Amt halten könnte. "Das erscheint mir wie der Anfang vom Ende", sagte Analyst Omar Ashour dem TV-Sender Al-Dschasira.

Das Büro Suleimans sagte dem US-Nachrichtensender CNN, dass erste Kontakte zur Opposition geknüpft worden seien. Es gab nach CNN-Angaben aber keine Hinweise, welche Vorschläge gemacht worden seien. Auch lagen keine Reaktionen von Oppositionellen vor. Zudem fehlten Angaben über die Gesprächspartner.

Die ägyptische Armee bezog in den seit einer Woche andauernden Protesten erstmals klar Stellung: „Wir erkennen die Legitimität der Forderungen der Bürger an“, hieß es in der Erklärung der Militärführung, die am Montagabend veröffentlicht wurde. „Wir werden keine Gewalt gegen die Bürger einsetzen.“ Die Soldaten versicherten, auch am für Dienstag geplanten Marsch von einer Millionen Menschen nicht auf friedliche Demonstranten zu schießen. Das Militär, das von den USA Milliardenhilfen bezieht, spielt eine Schlüsselrolle in dem nordafrikanischen Land.

Ungeachtet der Ausgangssperre gingen die Proteste auch in der Nacht weiter. Wie Al-Dschasira berichtete, hielten sich Hunderte von Demonstranten auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo auf.

Das Militär verweigert den Schiessbefehl, die Opposition wird stärker, doch Mubarak bäumt sich noch einmal auf: Heute wollen etwa eine Million Menschen zum Präsidentenpalast marschieren. Zur Behinderung der Anreise der Regimegegner sei der Eisenbahnverkehr unterbrochen worden, berichtete Al-Dschasira.

Kommentare (1)

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M.Gatzke

01.02.2011, 13:34 Uhr

Das ganze scheint erneut ein Schauspiel( eines von vielen) zu sein.
Das Volk rebelliert, doch die Elite hat das längst einkalkuliert.
Die Frage ist jetzt: welchen Trumpf ziehen sie aus dem Ärmel.
Dazu die Meinung anderer:
Zitat:
in den globalistischen Kreisen von brezinski war bereits seit mindestens 3 Jahren bekannt, dass Ägypten am Rande einer Revolte stand und eine andere politische Gruppe das dadurch unvermeidlich entstehende Machtvakuum ausfüllen würde, sollte es den Globalisten nicht gelingen, der Entwicklung ein paar Schritte voraus zu sein.----
Quelle: Marionette der Globalisten bereitet sich vor, die ägyptische Revolution zu kidnappen von www.propagandafront.de
----
Sollten die Ägypter ein weiteres mal verschaukelt werden, dann könnte das verheerend sein. Die "Graue Eminenz" -Globalisten und Strippenzieher- wie brenzinski und Co sollten sich hüten, krumme Touren zu fahren.
Diesesmal ist alles anders.Das ist kein "Warnschuss" mehr- an die Elite- die Regierung-,das ist eine "Aufforderung" zur Veränderung. Kommt diese nicht von oben, wird sie das Volk von unten herbeiführen- mit allen Mitteln.
Also, bosse der Welt, überlegt euch gut, was ihr macht, welche Rolle ihr zu spielen gedenkt.
Die Zeit der trickreichen "Rollenspielchen" ist vorbei. Das Volk will leben -fei und sicher, wie wir alle.

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