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18.05.2012

03:48 Uhr

Revolte in Syrien

UN-Chef hat Al-Kaida in Verdacht

Hat das Terrornetzwerk Al-Kaida bei den Unruhen in Syrien seine Finger im Spiel? Ja, glaubt Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Damit gießt er allerdings Wasser auf die Mühlen der syrischen Regierung.

Waffenstillstand? Syrische Rebellen an einer Straßenecke in Homs am 14. Mai. dapd

Waffenstillstand? Syrische Rebellen an einer Straßenecke in Homs am 14. Mai.

New YorkAl-Kaida hat sich nach den Worten von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in die Revolte in Syrien eingemischt. Er glaube, dass die Extremistenorganisation für einen Doppelanschlag in Damaskus am Donnerstag vergangener Woche verantwortlich sei, sagte Ban am Donnerstag in New York.

Mindestens 55 Menschen waren bei dem Doppelanschlag getötet und 370 verletzt worden. Selbstmordattentäter hatten ihre mit Sprengstoff beladenen Autos vor einem Geheimdienstgebäude zur Explosion gebracht. Nach Angaben von Augenzeugen zündete zunächst eine kleinere Bombe und dann eine wesentlich stärkere, die offenbar gezielt Schaulustige und Rettungskräfte treffen sollte. Die Taten wurden international verurteilt.

Damaskus

Amateuraufnahmen von grausamen Bombenanschlägen

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Zum Verdacht, Al-Kaida stecke als Drahtzieher hinter den Anschlägen, sagte Ban: "Das schafft erneut ein sehr ernsthaftes Problem." Zugleich hob er die UN-Schätzung für die Toten des seit März 2011 währenden Konflikts auf mindestens 10.000 an.

Mit der Einschätzung des Uno-Chefs zu Al-Kaida dürfte sich die Regierung in Damaskus bestärkt fühlen. Das international weitgehend isolierte Syrien erklärt seit Monaten, aus dem Ausland finanzierte "Terroristen" würden hinter dem Aufstand stecken. Die Regierung verdächtigt besonders Saudi-Arabien und Katar der Unterstützung, die sich für eine Bewaffnung der Gegner von Präsident Baschar al-Assad starkmachen.

Die syrische Regierung hatte den Vereinten Nationen vor kurzem eine Liste mit 26 festgenommen Ausländern vorgelegt, die zum Kampf eingeschleust worden seien. 20 dieser Personen seien Mitglieder von Al-Kaida und über die Türkei ins Land gelangt, erklärten die Behörden.

In Syrien befinden sich knapp 260 unbewaffnete UN-Beobachter, die die Einhaltung eines Waffenstillstands überwachen sollen. Dieser gilt seit fünf Wochen, ist jedoch von beiden Seiten mehrfach gebrochen worden.

Einem Bericht des UN-Sanktionsausschusses zufolge hat auch Nordkorea versucht, die Sanktionen der Vereinten Nationen zu umgehen und Material zur Herstellung von Waffen und Munition zu liefern. Der Transport sei aber von den Behörden eines Uno-Mitgliedslandes abgefangen worden.

UN-Diplomaten: Nordkorea wollte Waffen an Syrien liefern

UN-Diplomaten

Nordkorea wollte Waffen an Syrien liefern

Waffenlieferungen an Syrien sind Nordkorea allerdings per UN-Sanktion untersagt.

Zuvor war bekannt geworden, dass UN-Experten von Waffenlieferungen aus dem Iran nach Syrien erfahren hatten. Unter anderem sei der Verkauf von Sturmgewehren, Munition, Mörsergranaten, Sprengstoffen und Zündern aufgedeckt worden.

Mit Blick auf Syrien und den Iran warnte Russland vor einer militärischen Intervention des Auslands. An einem gewissen Punkt könnten Handlungen, die die Souveränität eines Landes untergraben würden, zu einem voll ausgewachsenen regionalen Krieg führen, sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew in St. Petersburg.

"Ich möchte niemanden ängstigen, aber Atomwaffen könnten dabei eine Rolle spielen", warnte Medwedew.

Kommentare (7)

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18.05.2012, 03:10 Uhr

Manchmal hift es halt sich ein wenig mit der Geschichte und den gesellschaftlichen und religiösen Strukturen im Land zu beschäftigen - dann wäre diese Erkenntnis schon vor langer Zeit gekommen. Ist schliesslich nicht das erste Mal dass es dort größere Unruhen gibt. Unsere westliche Denke dass dort Demokraten am Werk seinen ist schon sehr naiv.

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18.05.2012, 06:49 Uhr

Mir sind die Aufständischen zu bärtig (siehe Foto). Solche Leute sollen nicht gewinnen in Syrien.

Ich hoffe Russland versteht es Syrien mit genügend Waffen zu versorgen das man diese Aufständischen Islamisten in die Schranken verweist.


Der Westen sollte es unterlassen sich ständig in Dinge einzumischen, von denen er NICHTS versteht. Mubarrak sagte am Ende, man kann diese Länder nur mit harter Hand regieren denn ansonsten kommen die Islamisten an die Macht - der Westen wisse gar nicht was er da tue.

Bislang hat er absolut Recht gehabt. Ich kann nicht erkennen das sich ansatzweise irgendwo was in Demokratie entwicklen würde. In Ägypten dürfen plötzlich nicht mal mehr deutsche Stiftungen operieren, überall gewinnen die Islamisten. Die Araber sind viel zu blöde für Demokratie. Die leben noch im 15 Jahrhundert, deren Demokratieverständnis reicht nur aus um den nächsten (islamistischen) Diktator zu wählen.

In Lybien hat der Westen schon einen großen Fehler gemacht. Sollte die Nato wieder eingreifen wollen, dann bitte dieses mal die Aufständischen bärtigen Typen bombardieren, das sind nämlich die bösen. Nicht diejenigen die diesen aufmüpfigen Mob schon seit Jahren erfolgreich in Schach halten.

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18.05.2012, 07:07 Uhr

Naiv ist es zu glauben, dass irgendwelche Al-Kaida Typen irgendwelche Aufstände anzetteln.
Ich würde jedem empfehlen sich mal ernsthaft mit Thema auseinander zu setzen und nicht jeden Mist zu glauben, der uns hier erzählt wird. Man sollte sich Fragen wer finzanziert diese leute und wem nutzt dies.

Und seit wann geht es uns in der Welt um Demokratie oder um ein Volk? Hat ein land keine geopolitische/strategische Bedeutung, so kann dort der Belzebub persönlich Regieren und kein Mensch interessierts.

Allein schon wenn man einen Blick auf Brzeziński´s Veröffentlichungen wirfst, sollte jedem klar sein wo die Reise hingeht.

Es wird mal Zeit aufzuwachen

"Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen."

Abraham Lincoln

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