Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2011

06:29 Uhr

Revolution in Ägypten

Mubaraks Rückzug auf Raten beruhigt die Lage nicht

Der Präsident will im September nicht erneut kandidieren, doch das Volk fordert seinen sofortigen Rückzug - die Lage in Kairo bleibt angespannt. Inzwischen drängen die USA Mubarak offen zum sofortigen Rücktritt. Kein Wunder: Seine Nachfolger bringen sich längst in Stellung.

Realitätsverlust am Nil: Ägyptens Präsident Mubarak will nicht erneut kandidieren, obwohl das Volk seinen sofortigen Rücktritt fordert - die Proteste gehen weiter. dpa

Realitätsverlust am Nil: Ägyptens Präsident Mubarak will nicht erneut kandidieren, obwohl das Volk seinen sofortigen Rücktritt fordert - die Proteste gehen weiter.

hvg/HB KAIRO. Mubaraks Ankündigung, bei den Präsidentschaftswahlen im September nicht erneut kandidieren zu wollen, hat keine beruhigende Wirkung auf den Volksaufstand in Ägypten gezeigt. Die Proteste gegen sein Regime gingen weiter. Im Zentrum von Alexandria kam es zu kurzen Zusammenstößen. Viele Demonstranten auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo kündigten die Fortsetzung der Proteste bis zur Amtsaufgabe Mubaraks an.

In einer mit Spannung erwarteten Rede an die Nation verkündete Mubarak am Dienstagabend lediglich, dass er die noch verbliebenen Monate im Amt für eine „friedliche Machtübergabe“ nutzen wolle. Bis zum Ende seiner Amtszeit wolle er den Weg für die geforderten freien Wahlen mit Änderungen der Verfassung bereiten. Er schloss praktisch aus, ins Exil zu gehen. „Dies Land ist auch meine Heimat, und in diesem werde ich sterben“, sagte Mubarak. Kurz zuvor hatten die USA erstmals Kontakt mit El Baradei aufgenommen, dem Hoffnungsträger der Opposition.

Sämtliche Oppositionsgruppen zeigten sich von Mubaraks Hinhaltetaktik enttäuscht und wollen die Proteste gegen den greisen Staatschef fortsetzen. Der Sprecher der Muslimbrüder, Mohammed Mursi, sagte: „Dies erfüllt keine der Forderungen des Volkes“. Außerdem kämen diese Zugeständnisse zu spät.

Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei zeigte sich enttäuscht. „Wie immer hört er nicht auf sein Volk.“ Auch die Jugendbewegung 6. April ging nicht auf das Angebot des 82-Jährigen ein, im September nicht erneut zu kandidieren. „Wir lehnen das ab, weil es unsere Forderungen nicht erfüllt“, sagte ein Sprecher der Bewegung in Kairo. „Wir setzen die Proteste fort, bis unsere Forderungen erfüllt sind, besonders die Forderung nach dem Rücktritt Mubaraks und seines Regimes". In Kairo hatten tagsüber laut dem TV-Sender al-Dschasira bis zu zwei Millionen Menschen demonstriert.

US-Präsident Barack Obama drängte Mubarak in einem persönlichen Gespräch, sofort den Weg zur Demokratie freizumachen. „Ein geordneter Übergang muss bedeutungsvoll sein, muss friedlich sein und muss jetzt beginnen“, sagte Obama am Dienstag in Washington. Er habe dies in einem Telefonat mit Mubarak nach dessen Rede verdeutlicht. „Er erkannte an, dass der gegenwärtige Zustand nicht aufrechterhalten werden kann.“

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

dome

02.02.2011, 11:46 Uhr

wie du** er ist wieso hört er nicht auf sein volk ^^ sowas nenne ich bitter -.- du musst zuhören lernen :D:D;)

dominic stellmacher

02.02.2011, 11:48 Uhr

wieso was soll es den wieso macht er das dieser feudel der leidenschaft :D:D ohman wie uncool er ist :D:D:D:D:D:D:D:D:D:D:D

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×