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03.07.2014

15:03 Uhr

Rezession adé

Griechenland sieht keinen Finanzbedarf mehr

Kein drittes Hilfspaket, kein Schuldenschnitt: Griechenland sieht für die „nächsten zwölf Monate“ keinen Finanzbedarf, im Gegensatz zum IWF glaubt man nicht an die Gefahr einer neuerlichen Haushaltslücke.

Griechenlands Premierminister Antonis Samaras, sieht sein Land auf dem Weg der Gesundung. Geld von außen werde nicht mehr benötigt. dpa

Griechenlands Premierminister Antonis Samaras, sieht sein Land auf dem Weg der Gesundung. Geld von außen werde nicht mehr benötigt.

BerlinFür die griechische Regierung ist ein neuerlicher Schuldenschnitt oder ein drittes Hilfsprogramm der internationalen Geldgeber kein Thema mehr. „Wenn es keinen Finanzbedarf gibt, braucht es auch kein neues Hilfsprogramm“, sagte ein Regierungsvertreter am Donnerstag in Berlin. „Es gibt keinen Bedarf“, sagte auch ein anderer Insider. Eine erneuter Schuldenschnitt zulasten der Gläubiger sei „keine Option“. Man werde mit seinen Partnern in Europa aber über Erleichterungen bei der Rückzahlung alter Schulden sprechen, etwa über Laufzeitverlängerungen oder niedrigere Zinsen.

Regierungschef Antonis Samaras hatte schon vor einer Woche gesagt, sein Land werde kein neues Hilfspaket benötigen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet indes 2015 eine Milliarden-Finanzlücke in Griechenland. In der Euro-Schuldenkrise hatten EU, EZB und IWF Rettungspakete im Gesamtvolumen von 240 Milliarden Euro geschnürt, um das Land vor der Pleite zu bewahren.

„Wir haben keinen Finanzbedarf in den nächsten zwölf Monaten“, sagte ein Regierungsvertreter am Donnerstag. Für die darauf folgenden zwölf Monate sollte das nicht anders aussehen. Zudem habe das Land nach seiner erfolgreichen Rückkehr an die Finanzmärkte inzwischen die Möglichkeit, sich auf diesem Weg weitere Mittel zu beschaffen.

Die Regierungsvertreter unterstrichen, ihr Land habe alle wesentlichen Zusagen gegenüber seine Geldgebern eingehalten. Das gelte vor allem für Strukturreformen und die Haushaltssanierung. Wenn es unterschiedliche Auffassungen etwa mit dem IWF über etwaige künftige Finanzlücken gebe, so habe das auch mit unterschiedlichen Einschätzungen zum Beispiel über die Budgetentwicklung zu tun. Zudem habe der Fonds nicht alle Möglichkeiten berücksichtigt, die das Land selbst zur Deckung von Lücken habe. Entscheidend sei, dass Griechenland 2014 die Rezession hinter sich lassen werde, die Arbeitslosenrate leicht zu sinken beginne und der Staatshaushalt - ohne Zinszahlungen - auf absehbare Zeit nachhaltig in der Überschusszone liege.

Das zweite Hilfsprogramm der Europäer für Griechenland läuft in diesem Jahr aus. Die Euro-Partner haben die Bereitschaft erkennen lassen, bei Bedarf über weitere Hilfen zu sprechen.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Herr Salvatore Bonpensiero

03.07.2014, 16:16 Uhr

Was ist das bloß für eine Politik, besser gesagt politisches Versagen unserer eigenen "Volksvertreter", dass wir für diese (...) da unten die Schulden begleichen müssen! Und wohl nicht nur für die...

Ich hoffe sehr darauf, dass einmal die Zeit kommt, in der man Politiker und ehemaliger Politiker für Volksverrat solchen Ausmaßes verantwortlich machen kann!

Wie heißt es so schön in triefender Ironie: "Ich bin nicht nachtragend, aber ICH VERGESSE NIE!" (...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Salvatore Bonpensiero

03.07.2014, 17:31 Uhr

Liebes Handelsblatt:
Wenn ich, weil politisch inkorrekt, nicht ein öffentliches Auspeitschen von "EURO-Politikern" vor dem Bundestag inkl. Live-Übertragung im TV fordern darf, darf ich dann sagen, man sollte den Politikern die "Ohren lang ziehen"?

Wäre vielleicht auch denkbar, eine von Günther Jauch moderierte Sendung zu fordern, in der sich Euro-Politiker rechtfertigen müssen und die dann, nach entsprechendem Abstimmungsergebnis live im Internet, zur Strafe mit Gülle überschüttet werden? Wäre das politisch korrekt?

Ich meine, ich fordere ja keine Todesstrafe oder ich rufe hier nicht zur Selbstjustiz auf, damit jemand denen ne Kugel durch den Kopf jagt. Tu ich ausdrücklich nich. Es sollte eine "erzieherische Maßnahme" sein, die demokratisch bzw. durch ein Urteil legitimiert, durchgeführt wird. Was ist daran politisch inkorrekt?

Ich finde, ne Abreibung wäre verdient. Nur meine Meinung.

Herr Rudolf Riedl

03.07.2014, 18:13 Uhr

Ist das kein Hilfspaket, wenn die Laufzeit ggf auf 50 Jahre gesteckt wird und die Zinsen auf 1% gesenkt werden.

Verlogne Politiker.

Griechenland Schuldenstand 178% zum BIP.

Natürlich kann GR Gläubiger finden, es haftet ja der ESF
und somit wir alle.

Rudolfo

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