Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2013

12:33 Uhr

Rezession

Arbeitslosigkeit in Euro-Staaten auf Rekordniveau

Noch nie hatten so viele Europäer keinen Job wie zur Zeit: Die Auswirkungen der Finanzkrise beuteln auch weiterhin den europäischen Arbeitsmarkt. Dabei ist die Kluft zwischen den Ländern sehr groß. Doch es gibt Hoffnung.

Demonstrationen vor dem griechischen Arbeitsministerium gehören mittlerweile fast zur Tagesordnung. dpa

Demonstrationen vor dem griechischen Arbeitsministerium gehören mittlerweile fast zur Tagesordnung.

BerlinDie Rezession treibt die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone auf ein Rekordhoch. 19,22 Millionen Männer und Frauen hatten im Mai keinen Job - 67.000 mehr als im Vormonat und 1,34 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote kletterte auf den Höchstwert von 12,1 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag in Brüssel mitteilte. Sie revidierte zugleich frühere Daten nach unten. So liegt der April-Wert nun bei 12,0 Prozent, nach ursprünglich gemeldeten 12,2 Prozent.

Die Kluft im Währungsraum ist sehr groß: Österreich mit 4,7 Prozent, Deutschland mit 5,3 Prozent und Luxemburg mit 5,7 Prozent weisen die niedrigsten Werte auf, Spanien mit 26,9 und Griechenland mit 26,8 Prozent (im März) die höchsten. In Italien erreichte die Arbeitslosenquote mit 12,2 Prozent den höchsten Wert seit 36 Jahren. Die Jugendarbeitslosigkeit im gesamten Euro-Raum ging leicht zurück. Rund 3,53 Millionen Menschen bis 25 Jahre waren auf der Suche nach einem Job. Dies waren 60.000 mehr als vor Jahresfrist, aber 14.000 weniger als im April. Die Arbeitslosenquote lag bei 23,8 Prozent - ein Anstieg von 0,8 Prozentpunkten binnen Jahresfrist, aber ein Rückgang von 0,1 Punkten zum Vormonat. Viele Euro-Länder stecken immer noch in einer schweren Rezession. Deshalb dürfte auch die Wirtschaft im gesamten Währungsraum nach Ansicht der EU-Kommission in diesem Jahr um 0,4 Prozent schrumpfen.

Dennoch gibt es auch Hinweise, die auf ein Ende der tiefen Rezession in Spanien und Italien hindeuten. Zumindest die schwer gebeutelten Industrieunternehmen der Krisenländer scheinen zunehmend aus der Wirtschaftsflaute zu finden. Gemessen an der gegenwärtigen Stimmung der Einkaufsmanager, die in einer Umfrage unter ranghohen Unternehmensvertretern ermittelt wird, haben die beiden Länder sogar die deutsche Industrie überholt. Auch die Industrie des unter starkem Reformdruck stehenden Frankreichs holt nach den Daten vom Montag auf.

In Spanien und Italien hellte sich die Stimmung in den Führungsetagen deutlich auf. In Spanien stieg der Einkaufsmanagerindex (PMI) von Mai auf Juni um 1,9 Punkte auf 50,0 Zähler, wie das Forschungsunternehmen Markit in London mitteilte. Die Kennzahl liegt damit erstmals seit gut zwei Jahren nicht mehr im Bereich unter 50 Punkten, der auf eine Rezession hindeutet.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

kroenig

01.07.2013, 12:43 Uhr

Europa lebt sich auseinander. Der Einheitseuro spaltet Süd-, West und Mitteleuropa. Hunderte Milliarden werden sinnlos verplempert, weil man der Doktrin "koste es was es wolle" immer noch glaubt. Das Ende ist ein zerrüttetes Europa. Umkehr ist nötig, und die ist wohl nur mit einer starken AfD möglich. Millionen Bürger müssen die Altparteien abstrafen. Die Mängelliste von Geldverschwendung bis unermessliche Strompreise erspare ich mir. Der alte Murks muss weg. Wir brauchen einen Neuanfang. Wenn nicht jetzt, wann dann? Soll es noch 4 Jahre so weitergehen? Liebe Wähler, wundert Euch nicht, wenn die Wahrheiten nach der Wahl auf den Tisch kommen. Noch hat die Politik den Bänkern ein "Weiter wie immer" erlaubt. Und das ist der Untergang.

Account gelöscht!

01.07.2013, 13:02 Uhr

Frieden und Wohlstand für alle durch den Euro...;-)...Jau, Frau Merkel, eines Tages werden sogar Sie begreifen, dass der Euro für Spanien & Co nur eine vorübergehende Schulden-Party war, die jetzt bezahlt werden muss, denn echtes Wachstum usw. hat er nie gebracht und wird es auch nicht. Jetzt, wo Spanien verbrannt ist, ist Kroatien etc. dran und Sie beten weiter Ihren Euro-Götzen an und füttern ihn überall mit neuem Geld und neuen Schulden - zum Ruin Deutschlands. Gut gemacht. (Ironie off)

Account gelöscht!

01.07.2013, 13:19 Uhr

Den Euro in seinem Vernichtungslauf, halten weder Ochs noch Esel auf!

Der Euro produziert die gleiche De-Industrialisierung im Süden Europas wie die D-Mark im Osten Deutschlands.

Das wird ein Spaß mit dem Euro-Soli. ;)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×