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30.01.2009

14:41 Uhr

Rezession

Braucht auch Rumänien ein Hilfspaket?

VonStefan Menzel

Rumänien rückt als mögliches neues Krisenland in Osteuropa ins Blickfeld internationaler Investoren. Eine Verhandlungsdelegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) hält sich in dieser Woche in der Hauptstadt Bukarest zu Gesprächen mit der rumänischen Regierung auf. Reinlich Anlass zu Spekulationen.

Rumäniens Staatspräsident Basescu würde auf die Unterstützung vom Währungsfonds gerne verzichten. Foto: Reuters Reuters

Rumäniens Staatspräsident Basescu würde auf die Unterstützung vom Währungsfonds gerne verzichten. Foto: Reuters

WIEN. Das nährte sofort die Spekulationen, dass der IWF ähnlich wie in Ungarn oder in der Ukraine ein milliardenschweres Hilfspaket vorbereitet. Das rumänische Finanzministerium erklärte am Donnerstag, es werde nicht über einen IWF-Kredit verhandelt. Staatspräsident Traian Basescu und Premier Emil Boc wollten sich nicht zum Inhalt ihrer Gespräche mit den IWF-Vertretern äußern. Auch der Währungsfonds lehnte eine Stellungnahme ab.

Wie in den meisten anderen Ländern Osteuropas droht auch der rumänischen Volkswirtschaft in diesem Jahr eine Rezession. Die europäische Entwicklungsbank EBRD in London hat die Wachstumsprognose für Rumänien in dieser Woche von drei auf ein Prozent zurückgenommen. Sollte sich die Lage in den kommenden Monaten weiter verschärfen, müsste die Wachstumsprognose noch einmal zurückgenommen werden. Binnen Jahresfrist hat sich die Lage in dem südosteuropäischen Land dramatisch verändert: 2008 ist Rumänien noch mit ungefähr acht Prozent gewachsen. Besondere Bürden für das Land mit gut 20 Millionen Einwohnern sind die Defizite im Staatshaushalt und im Außenhandel.

In Rumänien selbst steht für die meisten Politiker bereits fest, dass das Land in den kommenden Monaten neue Milliarden aus dem Ausland braucht. „Wir werden einen Kredit von mindestens sechs oder sieben Milliarden Euro benötigen, wahrscheinlich vom IWF“, sagte Mircea Geoana, Vorsitzender der Sozialdemokraten, eine der beiden Regierungsparteien im Bukarester Parlament.

Rumäniens Staatspräsident Basescu hatte sich bereits am Dienstag gegen ein Hilfspaket vom IWF ausgesprochen. „Es geht billiger von der EU“, sagte er in einem Interview. Der IWF sollte lediglich die Vergabe der angedachten EU-Unterstützung überwachen, da die Kommission in Brüssel dafür kein eigenes Kontrollsystem besitze.

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