Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2011

13:32 Uhr

Rezession in Portugal

Arbeitslosigkeit steigt auf 30-Jahres-Hoch

Für Portugal kommt es immer dicker: Das Land kämpft nicht nur gegen eine schwere Schuldenkrise, sondern auch mit der höchsten Arbeitslosigkeit seit drei Jahrzehnten. Spaniens Wirtschaft hingegen profitierte von Exporten.

Portugal kommt nicht zur Ruhe. Die Arbeitslosenquote kletterte im ersten Quartal auf 12,4 Prozent. Quelle: dpa

Portugal kommt nicht zur Ruhe. Die Arbeitslosenquote kletterte im ersten Quartal auf 12,4 Prozent.

LissabonDie Arbeitslosenquote kletterte im ersten Quartal auf 12,4 Prozent, teilte das Statistikamt am Mittwoch in Lissabon mit. Höhere Werte hat es seit Anfang der achtziger Jahre noch nicht gegeben. Ein Jahr zuvor hatte die Quote noch bei 10,6 Prozent gelegen, Ende 2010 bei 11,1 Prozent. Änderungen in der Statistik könnten zu dem Anstieg beigetragen haben, hieß es.

Hauptgrund für die hohe Arbeitslosigkeit ist aber die Rezession, die sich von Januar bis März noch verschärft hat. Die Wirtschaftsleistung brach um 0,7 Prozent ein und damit noch etwas stärker als Ende 2010 mit 0,6 Prozent. Nach 2008 und 2009 droht Portugal damit ein weiteres Rezessionsjahr: Die EU-Kommission erwartet 2011 ein Minus von 2,2 Prozent und 2012 noch einmal einen Rückgang der Wirtschaftskraft um 1,8 Prozent.

Die EU-Finanzminister hatten erst am Montag einem 78 Milliarden Euro großen Rettungspaket zugestimmt, um das hoch verschuldete Euro-Land vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Dafür musste sich das Land verpflichten, die Neuverschuldung rasch abzubauen und seine Wirtschaft grundlegend zu reformieren.

Stark steigende Exporte nach Deutschland und Frankreich haben die spanische Wirtschaft hingegen im ersten Quartal auf Wachstumskurs gehalten. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu, bestätigte das Statistikamt am Mittwoch in Madrid eine frühere Schätzung. Am Jahresende hatte es ein Plus von 0,2 Prozent gegeben. Neben den Exporten zog auch der private Konsum an, wenn auch nur leicht. Gedämpft wurde er vom milliardenschweren Sparpaket der Regierung, die mit Steuererhöhungen und Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst ihr Defizit senken will.

Die spanischen Notenbank rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Für 2012 hält die EU-Kommission eine Verdopplung der Wachstumsrate für möglich.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Uschi_mit_der_Leier

18.05.2011, 15:45 Uhr

"Änderungen in der Statistik könnten zu dem Anstieg beigetragen haben, hieß es."

Liebe Portugiesen. Holt euch doch mal Rat bei Frau von der Leyen. Die erklärt euch, wie man die Arbeitlosenstatistiken schönrechnet. Wir in Deutschland bekommen von den Medien immer nur gelogene Zahlen vorgelegt. Auf eurem Arbeitsmarkt ist noch erhebliches Verbesserungspotenzial drin. Also nicht in der Bereitstellung von Arbeitsplätzen. Nein, ich meine im Statistiken fälschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×