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08.08.2013

13:11 Uhr

Rezession

Neue Rekordarbeitslosigkeit in Griechenland

27,6 Prozent der Griechen sind arbeitslos. Das ist ein neuer Rekordwert. Trotz erwarteten Mini-Wachstums im kommendem Jahr besteht kaum Hoffnung auf Besserung.

Wasser für die Protestanten: Ein Straßenverkäufer vor dem griechischen Parlament. dpa

Wasser für die Protestanten: Ein Straßenverkäufer vor dem griechischen Parlament.

AthenDie Arbeitslosigkeit in Griechenland ist wieder auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Rate kletterte im Mai auf 27,6 Prozent von nach oben revidierten 27,0 Prozent im April, wie die Statistikbehörde ELSTAT am Donnerstag mitteilte. Damit ist die Arbeitslosigkeit mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt in der Euro-Zone, der im Juni bei 12,1 Prozent lag.

Das Euro-Krisenland durchläuft seit sechs Jahren eine tiefe Rezession. Dazu beigetragen haben drastische Einsparungen, gerade auch im staatlichen Bereich. Denen musste sich der hoch verschuldete Staat im Gegenzug für Milliardenhilfen der europäischen Partnerländer und des IWF unterziehen.

So könnte Griechenland geholfen werden

Anleihenrückkauf

Ein 40 Milliarden Euro umfassendes Programm zum Rückkauf griechischer Staatsanleihen wird seit 2011 diskutiert. Dabei könnte Athen Geld des Euro-Rettungsschirms nutzen, damit es seine Anleihen zum Marktpreis von privaten Gläubigern zurückkauft, um somit die Schuldenlast zu verringern. Denn die Kurse für griechische Staatsanleihen liegen weit unter ihrem Nennwert. Derzeit sind die Anleihen nur rund ein Drittel ihres Ausgabepreises wert.

Zinssenkungen

Die Geberländer könnten die Zinsen auf ihre bilateralen Kredite von etwa 53 Milliarden Euro reduzieren, was zu jährlichen Erleichterungen von 500 Millionen Euro für Athen führen könnte. Deutschland hat bisher kräftig an den Krediten verdient und kann sich besonders günstig Geld leihen. Unter anderem Italien und Spanien würde dies viel kosten, da sie sich zu höheren Zinsen Geld leihen müssen.

Mehr Zeit für Schuldenabbau

Auch eine Streckung der Zahlungsziele ist im Gespräch. Die Laufzeit für Hilfskredite könnte also verlängert werden.

EZB-Hilfe

Die Notenbank hat Staatsanleihen Athens zu sehr niedrigen Kursen erworben. Einen Teil ihrer Gewinne könnten die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken Athen überlassen.

Schuldenschnitt

Noch nicht auf der Vorschlagliste, aber stets in der Diskussion: Ein zweiter Schuldenschnitt nach dem ersten vom Frühjahr, in dem private Gläubiger wie Banken auf 100 Milliarden Euro verzichteten, wird diskutiert und vor allem vom Internationalen Währungsfonds (IWF) favorisiert. Auch wegen des Widerstands Deutschlands wird dieser Schritt erst einmal aufgeschoben. Rund zwei Drittel der griechischen Schulden von etwa 340 Milliarden Euro liegen bei öffentlichen Geldgebern. Erstmals würde Steuerzahlergeld verloren sein. Es müssten sich auch Euro-Krisenländer beteiligen, die selbst wackeln.

Der IWF wie auch die EU-Kommission erwarten für Griechenland im nächsten Jahr nach Jahren schrumpfender Wirtschaftsleistung wieder ein Mini-Wachstum. Die Arbeitslosigkeit wird aber nach der EU-Prognose vom Mai mit 27 Prozent in diesem und 26 Prozent im kommenden Jahr weiterhin exorbitant hoch bleiben.

Von

rtr

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

08.08.2013, 13:36 Uhr

Die "Juhuu-es geht voran"-Artikel wechseln sich mit den "Griechenland-am-Abgrund"-Artikeln ab.

Vicario

08.08.2013, 13:39 Uhr

Zitat : Neue Rekordarbeitslosigkeit in Griechenland

- die sind weiterhin auf dem richtigen Weg !

Account gelöscht!

08.08.2013, 14:03 Uhr

Was ja nicht umbedingt ein Widerspruch ist. Ein paar Dinge verbessern sich, ein paar Dinge stagnieren und verschlechtern sich eben leicht.

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