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01.10.2013

07:36 Uhr

Riesige Militärparade

Südkorea demonstriert Stärke

Mit einer riesigen Militärparade hat Südkorea das Jubiläum seiner Streitkräfte gefeiert. Rund 11.00 Soldatenmarschierten auf. Bei der Militärschau wurden auch Abfangraketen, die Angriffe aus Nordkorea abwehren sollen.

Die südkoreanische Armee präsentiert bei der größten Militärparade seit einem Jahrzehnt ihre neuesten Waffen. dpa

Die südkoreanische Armee präsentiert bei der größten Militärparade seit einem Jahrzehnt ihre neuesten Waffen.

SeoulSüdkorea hat am Dienstag die größte Militärparade seit einem Jahrzehnt abgehalten. Rund 11.000 Soldaten marschierten auf einem Luftwaffenstützpunkt südlich der Hauptstadt Seoul auf, dabei wurden auch 120 Flugzeuge gezeigt. Ehrengast der Parade aus Anlass der Gründung der südkoreanischen Streitkräfte vor 65 Jahren war US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. „Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist sehr ernst“, sagte die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye in ihrer Ansprache. Aufgrund der fortschreitenden Aufrüstung im benachbarten Nordkorea müsse ihr Land auch auf militärische Abschreckung setzen.

Die Parade, die größte seit dem Jahr 2003, sollte im Laufe des Tages in der Innenstadt von Seoul wiederholt werden. Bei der Militärschau wurde auch hochentwickelte Abfangraketen gezeigt, mit denen ein nordkoreanischer Angriff abgewehrt werden könnte. Am Mittwoch will Hagel zu einem Gespräch mit seinem südkoreanischen Kollegen Kim Kwan Jin zusammentreffen. In Südkorea sind derzeit 28.500 US-Soldaten stationiert. Das Land befindet sich mit dem kommunistischen Nordkorea formell bis heute im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg (1950-1953) nur ein Waffenstillstand, aber kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Militär in Nord- und Südkorea

Zwei militärische Regionalmächte

An Koreas Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich zwei von Großmächten unterstützte militärische Regionalmächte gegenüber. Während im westlich orientierten Südkorea Angaben über das Militär meist öffentlich zugänglich sind, beruhen Daten zur Armee des abgeschotteten Nordens meist auf Schätzungen.

Truppenstärke

Rund 1,19 Millionen Streitkräfte stehen Nordkorea zur Verfügung. Davon entfallen 1,02 Millionen auf das Heer, 60.000 auf die Marine und 110.000 auf die Luftwaffe. Außerdem stehen 600.000 Reservisten bereit. Südkorea besitzt eine Truppenstärke von rund 655.000 Menschen, wobei 522.000 auf das Heer, 68.000 auf die Marine und 65.000 auf die Luftwaffe entfallen. Zusätzlich gibt es in Südkorea 4,5 Millionen Reservisten.

Kampfpanzer

Nordkorea verfügt über 3.500 Kampfpanzer. In Südkorea sind es 2.750 an der Zahl.

Artilleriegeschütze

10.774 Artilleriegeschütze befinden sich im Besitz von Südkorea. Mehr als das doppelte, insgesamt etwa 21.000 Stück sind es in Nordkorea.

Boden-Boden-Raketen

Zu den Boden-Boden-Raketen zählen solche, die vom Boden aus gegen Bodenziele eingesetzt werden. Darunter fallen unter anderem Raketengranaten oder Panzerfäuste. 64 solcher Waffen hat Nordkorea zur Verfügung, 30 sind es in Südkorea.

Kampfflugzeuge

Etwa 620 Kampfflugzeuge sind in Nordkorea für den Einsatz bereit, davon entfallen 458 auf Jagdflugzeuge, 80 sind reine Bomber. Südkorea verfügt über 490 einsatzbereite Kampfflugzeuge, worunter sich 467 Jagdflugzeuge befinden.

Kriegsschiffe

Über lediglich drei Kriegsschiffe verfügt Nordkorea - allesamt Fregatten. 47 Schiffe stehen Südkorea zur Verfügung, darunter ein Kreuzer, 6 Zerstörer, 12 Fregatten und 30 Korvetten.

Taktische U-Boote

Solche U-Boote sind für gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet. 70 dieser Boote hat Nordkorea auf Lager, 23 sind es in Südkorea.

Kleinere Küstenwachtboote

Nordkorea verfügt zusätzlich über 383 Küstenwachtboote. Südkorea kommt auf eine Zahl von 111.

Von

afp

Kommentare (1)

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hanji

01.10.2013, 09:17 Uhr

Es ist grenzwertig, die Schätzungen des CIA über die militärische Stärke des Nordens ohne Kommentierung und Quellenangabe abzudrucken. Dass der CIA in Verbundenheit mit dem Pentagon und dem Verband der US-Rüstungsindustrie eindeutige Interessen hat, sollte man beachten. Wer etwas Insiderwissen hat über die Situation im Norden weiß, dass das alles ein Kartenhaus ist, welches nach ca. 24 h "Krieg" in sich zusammenfallen würde. Umso zynischer klingt es, wenn die Präsidentin Frau Park wie eine Marionette im Würgegriff des US-Gastes entgegen der Meinung ihrer eigenen Bürger verlesen muss "der Norden rüstet auch, deshalb müssen wir auch ..."

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