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09.01.2004

10:39 Uhr

Rinderseuchen-Alarm

EU verlangt Aufklärung über BSE-Test-Pannen in Deutschland

Noch sieht die EU von Konsequenzen für den Handel mit Rindfleisch aus Deutschland ab. Doch die Kommission verlangt schnelle Aufklärung über die Pannen bei BSE-Tests.

HB BRÜSSEL. Die EU-Kommission wird nach Angaben aus EU-Kreisen vorerst keine Konsequenzen wegen der Pannen bei BSE-Tests in Deutschland verlangen. „Bislang sehen wir dies als Einzelfälle“, sagte ein EU-Beamter am Freitag in Brüssel. Derzeit seien keine Exportbeschränkungen oder rechtliche Schritte gegen Deutschland geplant.

Die EU-Behörde forderte von der Bundesregierung jedoch genaue Informationen über die Testpannen. Ein Sprecher sagte, die Kommission habe über das EU-Schnellwarnsystem erste Informationen aus Deutschland an die anderen EU-Staaten weitergegeben und aus Berlin Angaben über den Verbleib des nicht getesteten Rindfleisches verlangt

.

Eine Frist für die Informationen gebe es nicht, sagte der Sprecher. Die deutschen Behörden brauchten Zeit für ihre Ermittlungen. Die Kommission wolle unter anderem wissen, ob nicht getestetes Rindfleisch in andere EU-Staaten exportiert worden sei. „Wir nehmen den Fall ernst. Dies ist ein Regelverstoß“, sagte der Sprecher.

In Kommissionskreisen hieß es jedoch, falls die Zahl der durch die Kontrollen geschlüpften Schlachttiere nicht stark zunehme, seien keine rechtlichen Konsequenzen zu erwarten. Im Juli 2002 habe es bereits einen ähnlichen Fall gegeben, als in Baden-Württemberg und Bayern falsche BSE-Tests benutzt worden seien.

Das Bundesagrarministerium rechnet inzwischen damit, dass das Fleisch von bis zu 1000 Rindern nicht auf die Krankheit getestet wurde. Bislang seien dem Ministerium bundesweit 611 Fälle bekannt, man erwarte aber noch einige hundert weitere, sagte Staatssekretär Alexander Müller der Nachrichtenagentur Reuters.

In Deutschland wurde die Tierseuche vor gut drei Jahren erstmals festgestellt. Seither müssen alle über 24 Monate alten Rinder, die geschlachtet werden, mit BSE-Schnelltests untersucht werden. BSE-infiziertes Rindfleisch steht im Verdacht, bei Menschen die tödliche Creutzfeld-Jakob-Krankheit auszulösen. Weihnachten waren erstmals auch BSE-Fälle in den USA bekannt geworden.

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