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14.01.2008

11:28 Uhr

Rivalen

Indien fordert freien Marktzugang in China

Der indische Regierungschef Manmohan Singh ist am Montag in Peking mit Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht der Ausbau der politischen und wirtschaftlichen Kooperation zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde.

HB PEKING. Indiens Ministerpräsident Manmohan Singh hat China zu einem Abbau von Handelsbarrieren aufgefordert. Beide Seiten seien an einem größeren wirtschaftlichen Zusammenspiel interessiert, sagte Singh am Montag zum Auftakt seines ersten Besuchs in der Volksrepublik seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren. Dies setze aber faire Rahmenbedingungen voraus. Dabei nannte er vor Unternehmensvertretern den Abbau unter anderem den Schutz des geistigen Eigentums und „marktbezogene Wechselkurse“.

Indiens Handelsminister Kamal Nath verlangte von seinem chinesischen Gesprächspartner Chen Deming, den Import von Obst und Gemüse aus Indien zu erleichtern. Als typisches Handelshemmnis jenseits von Zöllen und Gebühren nannte er das langwierige chinesische Zulassungsverfahren für Pharmaprodukte, das den Import bremse. Die zuletzt auf knapp 40 Milliarden Dollar gesteigerte Handelsbilanz neige sich zunehmend zu Chinas Gunsten, kritisierte Nath.

China beklagt sich seinerseits über Einschränkungen für direkte Investitionen in Indien. Das Handelsministerium forderte chinesische Unternehmen aber auf, Importe aus Indien zu verstärken. Der gegenseitige Handel werde sicherlich bald ausgeglichener werden, hieß es in einer Erklärung.

China und Indien rivalisieren als die beiden weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften um die Rolle der regionalen Führungsmacht und kommen sich dabei immer wieder ins Gehege. Auf der politischen Agenda des Besuchs steht neben der Klima- und Sicherheitspolitik zudem ein Grenzkonflikt um Teile des nordöstlichen indischen Bundesstaats Arunachal Pradesh. Die Auseinandersetzung hat 1962 zu einem Krieg zwischen den beiden Ländern geführt. Nach Gesprächen mit seinem Amtskollegen Wen Jiabao sollte Singh am Dienstag Chinas Präsident Hu Jintao treffen.

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