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05.07.2011

13:00 Uhr

Roaming-Gebühren

Mobil im Ausland - ohne Preishammer

VonThomas Ludwig

Brüssel macht ernst: Die EU will die Telekombranche im Mobilfunkmarkt zu mehr Wettbewerb zwingen. Mobile Telefonate und Internetsurfen sollen deutlich billiger werden. Die neuen Preise stehen schon fest.

IPhone 4 und Samsung-Smartphone: Die EU will Telefonieren im Ausland billiger machen. Quelle: Reuters

IPhone 4 und Samsung-Smartphone: Die EU will Telefonieren im Ausland billiger machen.

Brüssel "Wir müssen", sagte EU-Medienkommissarin Neelie Kroes jüngst mit Blick auf die Roamingmärkte von Handynetzbetreibern in Brüssel, "die Roamingprobleme mit einem dauerhaften strukturellen Lösungsansatz an der Wurzel packen." Wie der aussehen könnte, skizziert ihr Entwurf für eine neue Verordnung, der dem Handelsblatt vorliegt. Noch in dieser Woche will Kroes die Pläne präsentieren. Sie sollen Kunden, die im Ausland telefonieren oder aus dem Internet Daten herunterladen, deutlich entlasten - zuerst via Preisdeckelung, dann auch über die freie Wahl des Anbieters.

Roaming-Gebühren entstehen bei Gesprächen, die ein Handynutzer außerhalb des eigenen Netzes im Ausland führt. Seit 2007 sind Mobilfunkanbieter verpflichtet, die Obergrenze für die Gebühren zu senken. Die entsprechende Verordnung läuft aber im Juni 2012 aus. In einer Bestandsaufnahme kommt die Kommission zu dem Schluss, dass dies ein Risiko für die Verbraucher bedeute. Nach wie vor sei der Wettbewerb unterentwickelt. Medienkommissarin Kroes wird deshalb eine Anschlussregelung präsentieren. Spätestens 2016 sollen die Roamingkosten nach dem Willen Brüssels ganz wegfallen und das Telefonieren mit dem Handy in einem anderen EU-Land nicht teurer sein als daheim. Auf den Wettbewerb allein will sich Kroes dabei vorerst aber nicht verlassen.

EU-Kommissarin Neelie Kroes. Quelle: Reuters

EU-Kommissarin Neelie Kroes.

Den Plänen zufolge sollen die Kosten für Telefonate im Ausland von 2014 an von maximal 39 Cent auf dann 24 Cent je Minute sinken, zuzüglich Mehrwertsteuer. SMS sollen demnach statt elf Cent nur noch zehn Cent kosten dürfen. Auch Preisobergrenzen für den Zugriff auf das Internet will die Kommission erstmals festlegen. So sollen die Mobilfunkanbieter von Mitte 2012 an pro Megabyte maximal 90 Cent berechnen dürfen (zuzüglich Mehrwertsteuer). 2014 soll die Grenze dann auf 50 Cent sinken. Heute kostet ein Megabyte im Schnitt 2,50 Euro.

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