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03.02.2011

17:39 Uhr

Robert Krzyskow

"Die Euro-Einführung hat Top-Priorität für Polen"

VonMathias Brüggmann

Polens Regierung steht wegen der zu hohen Staatsschulden in der Kritik. Robert Krzyskow, Direktor in der Abteilung Finanzen, Analyse und Strategie des polnischen Finanzministeriums, über die Euro-Einführung und die geplante Reduzierung des Haushaltsdefizits.

Robert Krzyskow: Die polnische Regierung will das Budgetdefizit unbedingt verringern. Pressebild

Robert Krzyskow: Die polnische Regierung will das Budgetdefizit unbedingt verringern.

Handelsblatt: Herr Krzyskow, möchte Polen überhaupt noch den Euro einführen – nach all den Problemen mit Krisenstaaten wie Griechenland oder Irland?

Robert Krzyskow: Natürlich. Es bleibt eine Top-Priorität für Polens Wirtschaftspolitik, den Euro einzuführen und von einer vollen Mitgliedschaft zu profitieren. Wir wollen dieses Ziel so früh wie möglich erreichen.

Handelsblatt: Wann ist Polen denn bereit für die Euro-Einführung?

Krzyskow: Wir sehen uns angesichts des derzeit sehr instabilen externen Umfelds nicht in der Lage, ein neues und glaubwürdiges Zieldatum zur Euro-Einführung zu nennen. Eine solche Prognose wäre mit hohen Risiken behaftet.

Handelsblatt: Wie beurteilen Sie die Krise in Griechenland und Irland?

Krzyskow: Die Krisen sind unterschiedlich entstanden. Im Falle Griechenland haben hohe strukturelle Defizite, eine schwache Glaubwürdigkeit der Regierung sowie schwache wirtschaftliche Fundamentaldaten dafür gesorgt, dass das Vertrauen der Investoren plötzlich verlorenging. Die irische Krise wurde indes ausgelöst von einem Zusammenbruch des Immobilienmarktes, der die Stabilität des Bankensektors untergraben hat. Mit einer ordnungsgemäßen, zukunftsgerichteten Wirtschaftspolitik hätten beide Krisen verhindert werden können. Ursächlich war, dass in beiden Fällen nicht ausreichend Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden. Das macht die Offiziellen vor Ort direkt verantwortlich für die Wirren.

Handelsblatt: Könnte so etwas in Ihrem Land also nicht passieren?

Krzyskow: Im Falle Polens ist ein rapider Anstieg der Staatsschulden, wie wir ihn in Griechenland gesehen haben, gesetzlich verboten. Darüber hinaus haben wir einige Maßnahmen etabliert, um einen „Boom-Bust“-Zyklus im Immobilienmarkt (wie in Irland) zu vermeiden.

Kommentare (5)

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Margrit Steer

03.02.2011, 22:14 Uhr

Na klar, wollen die in den Euro-Raum, es winkt doch so herrlich viel deutsches Geld. ist wie Reparationszahlugnen. Ganz besonders wenn es schief geht.
Polen ist doch überhaupt nur der EU beigetreten wegend es Geldes. Uns Deutsche hassen sie aus tiefster Seele, unser Geld jedoch nicht

Rainer_J

03.02.2011, 23:52 Uhr

Ach, du meine Fresse. Noch ein Schmarotzer-Staat und die Meisterdiebe überhaupt. Gute Nacht!

matze

04.02.2011, 03:22 Uhr

[1] Margrit Steer

das eine ist geschichtlich bedingt, und das andere wirtschaftlich!

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