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07.11.2014

07:47 Uhr

Robert O'Neill

Dieser Mann will Bin Laden erschossen haben

US-Spezialkräfte töteten Bin Laden im Mai 2011 in seinem Versteck in Abbottabad. In einem Interview behauptet nun ein Ex-Elite-Soldat, er habe den tödlichen Schuss abgegeben.

Robert O'Neill, ehemaliger US-Elitesoldat: Der 38-jährige will Osama Bin Laden getötet haben. ap

Robert O'Neill, ehemaliger US-Elitesoldat: Der 38-jährige will Osama Bin Laden getötet haben.

Der mutmaßliche Todesschütze des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden hat seine Identität preisgegeben. Der 38-jährige ehemalige Elitesoldat Robert O'Neill hat erklärt, er habe bei der Operation Anfang Mai 2011 in Pakistan bin Laden durch einen Schuss in die Stirn getötet. Dies berichtete die „Washington Post“ am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem Ex-Soldaten. Er habe die letzten Atemzüge des Terroristenführers miterlebt.

Allerdings hätten damals auch zwei seiner Kameraden der Elitetruppe „Navy Seals“ auf den Terrorchef geschossen. „Ich dachte, ich würde es nicht überleben“, sagte O'Neill über die hochgefährliche Kommandoaktion im pakistanischen Abbottabad. Er habe bin Laden in seinem Schlafzimmer erschossen. Die Aktion hätten die Elitesoldaten bei ihren Vorbereitungen unzählige Male geübt.

Den Todesschuss nannte er einen antrainierten Reflex. Zudem unterstrich er, dass der Schuss ohne seine Mitstreiter, die zwei Frauen in dem Schlafgemach überwältigten, nicht zustande gekommen wäre.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche

Bereits im Februar 2013 hatte das US-Magazin „Esquire“ berichtet, Bin Ladens Todesschütze stehe nach eigenen Angaben vor dem finanziellen Ruin. Da der Scharfschütze der „Navy Seals“ Ende 2012 freiwillig aus dem Dienst geschieden sei und das vorgeschriebene Pensionsalter nicht erreicht habe, bekomme er keine Abfindung. Das Magazin hatte damals aber nicht den Namen des Mannes genannt. Er wurde in dem Bericht lediglich als „der Schütze“ bezeichnet.

Kommentare (2)

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Herr Thomas Ungläubig

07.11.2014, 11:28 Uhr

Hat jemand Bin Ladens Leichnam gesehen? Bei Saddam Husseins Eliminierung war das etwas anders, das hat man besser verkauft.

Herr Jens Muche

07.11.2014, 13:45 Uhr

Soldaten von Eliteeinheiten ist es verboten sich in der Öffentlichkeit als deren Angehörige zu erklären. Ich kann mir vorstellen, daß dies auch in den USA so gehalten wird und dieser Mann ein Wichtigtuer ist.

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