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26.01.2009

12:43 Uhr

Rohstoff Wissen

Bildungsboom im Wüstensand

VonClaudia Obmann

Der Rohstoff von morgen heißt Wissen. Um ihre Zukunft unabhängig vom Öl zu sichern, setzen die Scheichs auf der Arabischen Halbinsel verstärkt auf Bildung. Doch weil es den Herrschern nicht schnell genug mit der Aus- und Fortbildung ihrer Nachwuchskräfte geht, kaufen sie versierte Bildungsvermittler kurzerhand im Westen ein.

Auch Frauen sollen die Schulbank drücken und IT-Kenntnisse erlangen. In den arabischen Staaten fehlen vor allem Computerexperten, Kaufleute, Igenieure und Ärzte. Foto: ap ap

Auch Frauen sollen die Schulbank drücken und IT-Kenntnisse erlangen. In den arabischen Staaten fehlen vor allem Computerexperten, Kaufleute, Igenieure und Ärzte. Foto: ap

DÜSSELDORF. Das beginnt schon mit gut qualifizierten, möglichst englischsprachigen Kindergärtnerinnen und reicht hin zu Wissenschaftlern und Professoren als akademisches Lehrpersonal für die Wüstensöhne und zunehmend auch Wüstentöchter. Denn in ihrem Bestreben, künftig von teuren ausländischen Fachkräften unabhängiger zu werden, halten die Monarchen auch ihren weiblichen Nachwuchs an, die Schulbank zu drücken und Managementfertigkeiten, Ingenieurs-Know-how oder IT-Kenntnisse auf höchstem Niveau zu erlangen.

Die meist amerikanischen und britischen, inzwischen aber auch deutschen Unis expandieren gern an den Golf. Kein Wunder, schließlich bekommen sie einen modernen Campus auf dem Silbertablett serviert. Im Bildungsbereich sind Deutsche hochwillkommen. „Made in Germany zählt hier viel“, sagt Gabriele Mertens. Sie ist Generalsekretärin des deutschen Raphaels-Werks, das Auswanderer und von Firmen oder Organisationen entsandte Mitarbeiter zum Auslandseinsatz berät. „Deutsche werden sehr wegen ihrer Zuverlässigkeit und Gründlichkeit geschätzt“, sagt Mertens.

So konnte gerade in Maskat, der Hauptstadt von Oman – einem Sultanat im Südosten der Arabischen Halbinsel –, die German University of Technology (GUtech), ein Ableger der RWTH Aachen, ihren ersten Geburtstag feiern. Bislang besteht der Spross zwar nur aus zwei Häusern in der Nähe des Strandes und zählt rund 60 Studenten, schon in ein paar Jahren sollen dort aber rund 2 000 Hochschüler eingeschrieben sein.

Bei den Nachbarn am Persischen Golf dagegen heißt es nicht kleckern, sondern klotzen: Allen voran will der saudische König an seiner neuen Hochschule die internationale Wissenschaftselite versammeln. Er hat dazu 12,5 Mrd. Dollar bereitgestellt. Als einer der Pioniere hat die TU München eine Zusammenarbeit mit der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) vereinbart.

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