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27.08.2013

15:15 Uhr

Rohstoffe

Kali-Streit löst diplomatische Eskalation aus

Russland protestiert energisch gegen die Verhaftung des Uralkali-Chefs Baumgertner in Weißrussland. Droht eine diplomatische Auseinandersetzung? Hauptbetroffener wäre ein deutscher Dax-Konzern.

Vladislav Baumgertner, Chef von Uralkali, sitzt in Untersuchungshaft. Reuters

Vladislav Baumgertner, Chef von Uralkali, sitzt in Untersuchungshaft.

Die Turbulenzen, die den weltweiten Kalimarkt heimsuchen, erreichen nun die Regierungen der betroffenen Länder. Es droht sogar eine politische Krise auf höchster politischer Ebene zwischen Russland und Weißrussland. Vertreter beider Länder lassen aktuell mit deutlichen Äußerungen in der Öffentlichkeit die Muskeln spielen.

Der Hintergrund: Weißrussland hatte den Chef des russischen Herstellers OAO Uralkali, Wladislaw Baumgertner, zu Gesprächen nach Minsk eingeladen. Gestern wurde der Manager dort verhaftet. Nun erhöht Russland den Druck auf seinen Nachbarn Weißrussland: Die Verhaftung könne die diplomatischen Beziehungen der beiden ehemaligen Sowjetrepubliken belasten, warnte Vize-Außenminister Grigori Karassin.

„Es ist unzulässig, eine Person auf dem Rückweg von Gesprächen auf Einladung der weißrussischen Regierung zu verhaften“, sagte er der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Baumgertners Verhaftung „überschreitet alle Grenzen“, erklärte Russlands Erster Stellvertretender Ministerpräsident Igor Schuwalow bereits gestern. Ministerpräsident Dmitri Medwedew habe die Regierung angewiesen, die Lage mit Weißrussland zu klären, so Schuwalow. Der Schritt sei “unangebracht” und entspreche nicht partnerschaftlichem Umgang.

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Als einzige Dax-Aktie notiert K+S im Plus. Grund für das Interesse der Anleger: Die Verhaftung des Chefs der russischen Uralkali in Weißrussland. Sie sorgt weltweit an den Märkten für Aufregung.

Das Vorgehen sei völlig unzulässig und könne die politischen Kontakte beeinträchtigen, erklärte das russische Außenministerium. Die Behörde forderte die sofortige Freilassung Baumgertners, der russische Botschafter besprach den Fall mit der Generalstaatsanwaltschaft in Minsk. Eine weißrussische Regierungssprecherin betonte, der Fall sei Sache der Justiz.

Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner soll nach Angaben der weißrussischen Behörden zunächst zwei Monate in Untersuchungshaft bleiben. Baumgertners Arrest könne auf Anordnung der ermittelnden Behörden verlängert werden, sagte Pawel Traulko von der weißrussischen Behörde zur Kriminalitätsbekämpfung. Bei einer Verurteilung drohen dem Uralkali-Chef zehn Jahre Haft. Uralkali wies die Vorwürfe zurück.

Weißrussland wirft Baumgertner vor, bei der Entscheidung von Uralkali für den Ausstieg sein Amt missbraucht zu haben. Das Land wirft den Uralkali-Managern Betrug im Umfang von 100 Millionen US-Dollar (rund 75 Millionen Euro) vorgeworfen. Die Ermittlungsbehörde der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik prüft nach eigenen Angaben Beschlagnahmungen von Immobilien oder Besitz des Unternehmens.

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