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12.01.2016

17:46 Uhr

Rolex-Geschenke sorgen für Wirbel

Renzi und das Luxus-Uhren-Problem

VonRegina Krieger

Italienische Delegationsmitglieder sollen sich bei einer Reise nach Saudi-Arabien im vergangenen November um geschenkte Luxusuhren von Rolex gestritten haben – eine Steilvorlage für Matteo Renzis linke Opposition.

Ob er wohl eine Rolex trägt? Italiens Regierungschef beschäftigt nun die Rolex-Affäre. ap

Matteo Renzi

Ob er wohl eine Rolex trägt? Italiens Regierungschef beschäftigt nun die Rolex-Affäre.

RomEine Rolex? Die gibt es in Neapel schon für 20 Euro. Auf der Straße natürlich, bei dem netten Typ aus Ghana, der auch diese Vuitton-Taschen für kleines Geld verkauft, die irgendwie nach Autoreifen statt nach Leder riechen. Auf der Straße, auch in Rom und anderswo, blüht der Handel mit gefälschter Markenware. Kommt ein Polizist um die Ecke, sind die Verkaufsstände in Sekundenschnelle verschwunden.

Nein, eine echte Rolex sollte es sein, dachten sich rund 50 Funktionäre und Staatsbediensteten, die den italienischen Premier Matteo Renzi im vergangenen November auf seiner Reise nach Saudi-Arabien begleiteten. Für die Delegation aus Rom gab es Geschenke: saudische Uhren, ganz nett, aber auch ein paar echte Rolex.

Matteo Renzi - ganz privat

Jugend

Matteo Renzi ist ein Gewächs der Toskana. Kindheit und Jugend verbringt er im Wohnort seiner Eltern in Rignano sull'Arno.

Familie

Politik ist dem kleinen Matteo schnell vertraut. Sein Vater Tiziano ist von 1985 bis 2002 Gemeinderat des Partito Popolare Italiano (PPI).

Studium

An der Universität Florenz beginnt Matteo Renzi sein Jurastudium. 1999 schließt er mit Dipolm ab.

Unternehmer

Nach dem Studium arbeitet Renzi bei der von seinem Vater in Genua gegründeten Marketing-Firma CHIL srl. Von 1999 bis 2004 hält er gemeinsam mit seiner Schwester die Mehrheitsanteile an dem Unternehmen.

Heirat

Matteo Renzi ist seit 1999 mit der Gymnasiallehrerin Agnese Landini verheiratet und Vater dreier Kinder.

Politik

Seit 1996 ist Matteo Renzi Mitglied der PPI, die längst in der Partito Democratico (PD) aufgegangen ist. Von 2004 bis 2009 ist er Präsident der Provinz Florenz, 2009 wird er zum Bürgermeister von Florenz gewählt. Von Februar 2014 bis Dezember 2016 regiert Renzi Italien als Regierungschef.

Nach Augenzeugenberichten soll es zu peinlichen Szenen im Palast in Riad gekommen sein. Die Italiener sollen sich geprügelt und gezankt haben um die Luxusuhren. Alle wollten eine Rolex, nicht aber das Saudi-Modell.

Carlo Tecce von der regierungskritische Tageszeitung „Il Fatto Quotidiano“ hat die Geschichte ausgegraben und veröffentlicht, mit Bezug auf einen „Augenzeugen“ und seitdem gehen die Wellen hoch in Italien, als gäbe es keine wichtigeren Themen. Die seriösen Blätter berichten nicht über die „Rolex-Affäre“, aber im Netz gibt es Spott und Hohn und viel Empörung – dahinter steckt natürlich auch viel Neid.

Die Regierung musste Antworten liefern: In einer Stellungnahme aus dem Palazzo Chigi, dem Amtssitz von Premier Matteo Renzi, heißt es, die Uhren seien keine Geschenke an Privatpersonen gewesen und würden nun in einem Zimmer im Palazzo Chigi aufbewahrt.

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