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07.05.2011

13:46 Uhr

Rolle des Top-Terroristen

Wie wichtig war Osama bin Laden für Al-Kaida?

Welche Rolle spielte der Top-Terrorist vor seinem Tod bei Al-Kaida? Die Daten, die in seinem Versteck gefunden wurden, deuten darauf hin, dass er nach wie vor bei der Planung und Ausführung von Anschlägen beteiligt war.

Archivfoto von Osama bin Laden. Quelle: dapd

Archivfoto von Osama bin Laden.

WashingtonAl-Kaida-Chef Osama bin Laden hat nach Einschätzung von US-Vertretern in den vergangenen Jahren offenbar weiterhin eine gewichtige Rolle bei der Planung sowie der Ausführung von Anschlägen des Terrornetzwerks sowie seiner Ableger im Jemen und in Somalia gespielt. Darauf lassen die zahlreichen Informationen schließen, die nach seinem Tod in seinem pakistanischen Versteck gefunden wurden.

Die Daten zeigten außerdem, dass ranghohe Al-Kaida-Kommandeure und andere Schlüsselfiguren der Aufständischen weit über Pakistan verstreut seien und sich nicht nur im unzugänglichen Grenzgebiet zu Afghanistan aufhielten, berichtete ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Freitag. Dabei würden ihnen von Pakistanern Unterstützung und Schutz gewährt.

US-Terrorbekämpfer hatten die Frage diskutiert, welche Rolle bin Laden und andere Al-Kaida-Führer bei Anschlägen gespielt hatten, die von Terrorgruppen im Jemen oder der Miliz Al Shabab in Somalia verübt worden waren.

Die nun gesammelten Informationen hätten den Eindruck verstärkt, dass bin Laden in den vergangenen zehn Jahren sehr viel stärker in die Führung von Al-Kaida-Personal sowie Operationen des Netzwerks involviert gewesen war, als manchmal angenommen, sagten die US-Vertreter. Auch liege es nach den neuesten Erkenntnissen nahe, dass bin Laden den Al-Kaida-Ablegern auf der arabischen Halbinsel und in Somalia die „strategische Richtung vorgegeben“ und ihnen gesagt habe, was sie tun und was sie nicht tun sollten. Oberste Priorität habe für den Chef des Terrornetzwerks seine eigene Sicherheit gehabt, sagte der Vertreter des Pentagons.

Unveröffentlichte Propagandabänder entdeckt

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass Osama bin Laden aus seinem Versteck in Pakistan heraus Kontakt zu ranghohen Al-Kaida-Führern gehabt hatte und offenbar in der Lage gewesen war, Pläne für Anschläge auf US-Ziele zu schmieden.

Zu dem sichergestellten Material zählten auch Videobänder, die bin Laden zeigten. Darunter seien sowohl unveröffentlichte Propagandabänder als auch Privatvideos, erklärte eine Gewährsperson am Freitag in Washington. Medienberichte, wonach die Unterlagen Hinweise auf den Aufenthaltsort von Al-Kaida-Vize Ajman al Sawahri lieferten, wollte die Gewährsperson nicht bestätigen. Die handschriftlichen Notizen und Computerdaten würden aber auf Hinweise geprüft, mit denen weitere Verdächtige aufgespürt werden könnten.

Das Leben von Osama bin Laden

Eine Chronik des Al-Kaida-Chefs

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist in Pakistan von US-Spezialkräften getötet worden. Im Folgenden eine Chronik der wichtigsten Ereignisse aus dem Leben bin Ladens.

Früher Verlust des Vaters

Osama bin Mohammed bin Awad bin Laden wurde in Riad in Saudi-Arabien geboren als eines von mehr als 50 Kindern des millionenschweren Geschäftsmannes Mohammed bin Laden. Der genaue Geburtstag bin Ladens ist nicht klar. Bin Ladens Vater starb bei einem Flugzeugabsturz als bin Laden noch ein Kind war.

Erste Heirat mit syrischer Cousine

Im Alter von 17 Jahren erste Heirat mit einer syrischen Cousine. Er soll mindestens 23 Kinder haben von mindestens fünf Ehefrauen.

Bin Laden, der schüchterne Student

Studium von Management und Wirtschaft an der Universität in Dscheddah. Bin Laden galt als schüchtern und als durchschnittlicher Student.

Kampf gegen sowjetische Besatzer

Unter dem Eindruck des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan Ende 1979 sympathisiert bin Laden ab 1984 mit arabischen Kämpfern, die sich freiwillig zum Kampf gegen sowjetische Truppen melden. Er unterstützt ihren Einzug in Peshawar, zieht später dorthin um und importiert Waffen. Er gründet seine eigene kleine Brigade freiwilliger Kämpfer.

Gründung von Al-Kaida

Al-Kaida wird als Hort für radikale Moslems gegründet. Die Anhänger eint der Hass auf die USA, Israel und alle muslimischen Regierungen, die als Verbündete der USA gelten.

Umzug gen Sudan

Bin Laden geht in den Sudan.

Der Ausstoß aus der Familie

Bin Ladens Familie verstößt ihren Sohn und schmeißt ihn als Anteilseigner am Bau-Firmenimperium hinaus.

Entzug der saudischen Staatsbürgerschaft

Saudi-Arabien entzieht bin Laden aus Verärgerung über dessen Propaganda gegen die Führung des Landes die Staatsbürgerschaft.

Rückkehr nach Afghanistan

Bin Laden zieht sich nach Afghanistan zurück. Den Sudan muss er auf Druck der US-Regierung verlassen. Im selben Jahr erlässt er eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, nach der Mitarbeiter des US-Militärs getötet werden sollen. Ab Oktober 1996 folgen verschiedene Bombenanschläge, etwa in Saudi-Arabien oder auf US-Botschaften in Nairobi und Dar es Salaam, bei denen auch US-Bürger getötet werden. Die USA sehen bin Laden als Drahtzieher der Anschläge. US-Präsident Bill Clinton bezeichnet bin Laden als den größten Feind Amerikas. Die USA beginnen mit Luftangriffen auf vermutete Terroristen-Zentren im Sudan und in Afghanistan. Später folgt ein Al-Kaida-Angriff auf die USS Cole im Hafen von Aden im Jemen mit 17 toten US-Soldaten.

Der Anschlag

Die Al-Kaida-Angriffe mit gekaperten Flugzeugen auf das New Yorker World Trade Center sowie das Pentagon kosten fast 3000 Menschen das Leben. Bin Laden bekannte danach in einem Video, der Einsturz der Twin Towers habe die Erwartungen von Al-Kaida übertroffen.

Der meistgesuchte Terrorist

US-Präsident George W. Bush will bin Laden „tot oder lebendig“ fassen.

Der Afghanistan-Einsatz

Die USA beginnen mit Angriffen auf Afghanistan, das damals von den radikal-islamischen Taliban regiert wurde.

Lob für die Attentäter

Al-Dschasira überträgt die Stimme von bin Laden, der die Attentäter vom 11. September lobt als Männer, „die den Lauf der Geschichte verändert haben“.

Das Ende des Terrormeisters

Bin Laden wird in einer luxuriösen Wohnanlage in Abbottabad rund 60 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad von US-Spezialkräften getötet.

Kommentare (1)

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Geheimdienstterror

07.05.2011, 14:04 Uhr

Nicht Osama war wichtig, sondern CIA, MI5 und MOSSAD !!!!

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