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20.10.2012

09:34 Uhr

„Romnesia"

Obama macht sich über Romney lustig

US-Präsident Barack Obama versucht mit einem Namensspiel, seinen Wahlkampf-Kontrahenten Mitt Romney lächerlich zu machen. Der Präsident bezichtigte den Republikaner der „Romnesia“ – einer besonderen Form der Amnesie.

US-Präsident Barack Obama. AFP

US-Präsident Barack Obama.

FairfaxUS-Präsident Barack Obama hat seinem Rivalen Mitt Romney politischen Wankelmut vorgeworfen und mit „Romnesia“ ein neues Schlagwort in den US-Wahlkampf eingeführt. Vor 9000 Anhängern im Bundesstaat Virginia sagte Obama am Freitag, Romney sei von seinen konservativen Positionen im Vorwahlkampf der Republikaner inzwischen auf eine moderate Linie eingeschwenkt. „Er hat vergessen, was seine eigenen Standpunkte sind, und er setzt darauf, dass Sie das auch tun“, rief er. „Wir müssen einen Namen finden für den Zustand, den er durchmacht. Ich glaube, er wird 'Romnesia' genannt“, sagte Obama zum Jubel der Menschen. Der Präsident setzte dabei das Kunstwort aus Romney und Amnesia (deutsch: Amnesie) zusammen. Der medizinische Begriff beschreibt eine Art der Gedächtnisstörung.

Obama zählte mehrere Themen auf, bei denen Romney in den vergangenen Wochen seine Meinung geändert habe. „Wenn Du einen Fall von „Romnesia“ hast, kannst Du anscheinend nicht einmal die Vorschläge erinnern, die immer noch auf Deiner Interseite stehen“, sagte der Amtsinhaber.

Als weiteres Beispiel für Romneys Wankelmut nannte Obama die Steuerpolitik. „Wer zuvor in diesem Jahr gesagt hat, er werde die Steuern für die oberen ein Prozent (der Bevölkerung) kürzen, und dann in einer Debatte sagt 'Ich weiß nichts von Steuererleichterungen für die Reichen', der braucht ein Thermometer und muss Fieber messen, denn er hat wahrscheinlich 'Romnesie'.“ Das sei aber eine „kurierbare Krankheit“ – man müsse am 6. November nur Obama wählen. Die Republikaner warfen dem Präsidenten im Gegenzug vor, kein politisches Programm für eine zweite Amtszeit vorlegen zu können. „Dann greift man auf Angstmacherei zurück“, hieß es in einer Erklärung.

Das englische Wort „Romnesia“ wurde im Laufe des Tages schnell zu einem der häufigsten Schlagworte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Es war zuvor bereits stellenweise in Zeitungskommentaren, auf Facebook und Pro-Obama-Blogs aufgetaucht. Obama hat den Namen seines Rivalen schon in der Vergangenheit verballhornt. Unter Anlehnung an den englischen Volkshelden Robin Hood nannte er ihn „Romney Hood“, der allerdings den Armen das Geld nehme, um es den Reichen zu geben. Wegen des starken Schutzes der Meinungsfreiheit in den USA haben Beleidigungsklagen von Personen des öffentlichen Lebens kaum Aussicht auf Erfolg.

Obama und Romney liegen in Umfragen eng beieinander. Eine Reuters/Ipsos-Erhebung vom Freitag sah den Amtsinhaber drei Prozentpunkte vor dem Herausforderer. Experten gehen davon aus, dass das Rennen bis zur Wahl am 6. November sehr knapp bleiben wird.

Kommentare (3)

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claus

20.10.2012, 10:55 Uhr

Der ganze Wahlkampf nur ein einziges Kasperletheater und bringt den Menschen in den USA gar nichts. Bestimmen tuen andere. Das Geld könnten Sie den Armen spenden, das wäre besser !

Account gelöscht!

20.10.2012, 14:23 Uhr

"Der ganze Wahlkampf nur ein einziges Kasperletheater und bringt den Menschen in den USA gar nichts. Bestimmen tuen andere."

Wen meinen Sie denn genau, wenn Sie hier so frei weg behaupten "Bestimmen tun andere"?

Schlammschlachter

20.10.2012, 20:18 Uhr

Da hat man wohl noch keinen Wahlkampf in Österreich miterlebt, wie mir scheint :-)

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