Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2004

18:10 Uhr

Route der Sperranlage auf Prüfstand

Blockade des Gazastreifens beendet

Israel hat die Sperrung des Gazastreifens wieder aufgehoben. Mit der Blockade seit Donnerstag hatte Jerusalem auf einen Selbstmordanschlag am Übergang Eres reagiert.

HB JERUSALEM/GAZA. Wegen stark verschärfter Sicherheitsvorkehrungen konnten am Sonntag jedoch nur etwa 4000 Palästinenser den Militärkontrollpunkt überqueren, um zu Arbeitsplätzen in Israel zu gelangen, wie ein Armeesprecher sagte. Das israelische Kabinett beriet am Sonntag über einen möglichen neuen Verlauf der umstrittenen Sperranlage im Westjordanland, um sich auf ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag vorzubereiten.

Experten des israelische Justizministeriums hätten ihrer Regierung erklärt, der Verlauf der Sperranlage sei schwer zu verteidigen, berichteten israelische Medien. Palästinensisches Landes werde enteignet, Dörfer umschlossen und Bauern von ihren Feldern abgetrennt. Zur Beratung stand eine von Justizminister Josef Lapid vorgelegte Alternativroute, die weniger tief im Westjordanland verläuft und 200 Kilometer kürzer ist. Israel will auf ein Recht zum Selbstschutz pochen.

Das israelische Kabinett erschien aber gespalten in der Frage des Verlaufs. Ministerpräsident Ariel Scharon wollte laut Medienberichten binnen einiger Tage entscheiden, ob eine andere Strecke ernsthaft auf dem Prüfstand soll. Vor dem Obersten Gericht Israels soll es eine Anhörung zu den Abschnitten der Sperranlage geben, die innerhalb des Westjordanlandes verlaufen. Die UN-Vollversammlung hatte im Dezember den Internationalen Gerichtshof angewiesen, ein Gutachten über die rechtlichen Folgen des Baus der Anlage auf besetztem palästinensischen Land zu erstellen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×