Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.02.2014

12:54 Uhr

Ruanda-Konflikt

Deutsches Gericht verurteilt Afrikaner wegen Massaker

Der Verantwortliche am Tod von 400 Ruandern muss 14 Jahre hinter Gitter. Dies entschied das Frankfurter Oberlandesgericht, vor dem sich ein Asylbewerber verantworten musste. Das Blutbad fand unter seinen Augen statt.

Erstmals hat ein deutsches Strafgericht im Zusammenhang mit den Massakern in Ruanda geurteilt. dpa

Erstmals hat ein deutsches Strafgericht im Zusammenhang mit den Massakern in Ruanda geurteilt.

FrankfurtWegen eines Massakers in einer Kirche im ostafrikanischen Ruanda ist ein 56-jähriger Angeklagter in Frankfurt zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Es ist das erste Urteil eines deutschen Gerichts zur Schuld an einem Massaker während des Völkermordes in Ruanda.

Der Mann - ein früherer Bürgermeister - habe seine Anhänger vor 20 Jahren zu dem Blutbad in der Ortschaft Kiziguro aufgestachelt und sich damit der Beihilfe zum Völkermord schuldig gemacht, urteilte das Oberlandesgericht am Dienstag. In Kiziguro waren 1994 mindestens 400 Menschen ums Leben gekommen.

Das Massaker wurde vor einem deutschen Gericht verhandelt, weil der Mann aus Ruanda geflohen war und 2002 in Hessen Asyl beantragt hatte. Der mit internationalem Haftbefehl aus Ruanda gesuchte Mann wurde nicht ausgeliefert, weil ein faires Strafverfahren in dem Staat als nicht gewährleistet gilt.

Ruandische Rebellenführer: Zeuge bestätigt Befehl zu Kriegsverbrechen

Ruandische Rebellenführer

Zeuge bestätigt Befehl zu Kriegsverbrechen

Seit anderthalb Jahren versucht ein Stuttgarter Gericht herauszufinden, ob zwei „nette Nachbarn“ von Baden-Württemberg aus Kriegsverbrechen im Kongo gesteuert haben. Jetzt bringt ein Zeuge etwas mehr Licht in die Sache.

Der angeklagte Afrikaner nahm das Urteil regungslos auf. In einem der längsten Strafverfahren der hessischen Justizgeschichte hatte er stets seine Unschuld beteuert. Die Bundesanwälte warfen ihm dagegen vor, seine Autorität ausgenutzt zu haben.

Während sie sich auf die Aussagen von 15 ruandischen Zeugen beriefen und eine lebenslange Haft forderten, plädierten die Verteidiger wegen widersprüchlicher Aussagen auf Freispruch.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×