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06.02.2013

11:22 Uhr

Rückkehr an Kapitalmarkt

Irland und Portugal wollen EZB-Unterstützung

ExklusivDublin und Lissabon fordern weitreichende Unterstützung der EZB. Sie spekulieren darauf, dass die Europäische Zentralbank den Weg bei der Rückkehr an den Kapitalmarkt ebnet. Die Iren können sich mehr Hoffnung machen.

Die Europäischen Zentralbank (EZB)  vor der Bankenskyline von Frankfurt. dpa

Die Europäischen Zentralbank (EZB) vor der Bankenskyline von Frankfurt.

BerlinDie Krisenländer Irland und Portugal spekulieren darauf, dass ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) bei der Rückkehr an den Kapitalmarkt den Weg ebnet. Nach Informationen des Handelsblatts fordern beide Länder weitreichendere Unterstützung als bislang bekannt. Die portugiesische Regierung wolle, dass das Land vorsorglich für das EZB-Anleihekaufprogramm (OMT) freigeschaltet werde, sagten mehrere Personen.

Das könnte die Investoren beeindrucken und bei der Rückkehr an den Kapitalmarkt helfen. Allerdings soll der Wunsch von der EZB zurückgewiesen worden sein. Bei Portugal seien die Bedingungen für mögliche Anleihekäufe durch die EZB nicht erfüllt, hieß es.

Die Iren können sich mehr Hoffnung machen. Nach Informationen des Handelsblatts laufen zwischen EZB und Irland derzeit Verhandlungen über eine mögliche Unterstützung. Das Entgegenkommen könnte vereinfacht wie folgt aussehen: Irland will Schuldscheine, die zur Rettung einer irischen Bank aufgelegt wurden, in langlaufende Staatsanleihen umtauschen.

Dadurch könnte die Regierung in Dublin die hohen Zinsen, die bisher für die Schuldscheine fällig werden, enorm reduzieren. Die Aktion ist allerdings umstritten. Ein erster Vorschlag der irischen Notenbank war im Januar bei der EZB gescheitert. Nun wird an einem neuen Plan gearbeitet. Sollte es keine Einigung mit der EZB geben, müsste das Hilfsprogramm für Irland möglicherweise aufgestockt werden. Das wollen die Euro-Regierungen unbedingt vermeiden.

Auch die Portugiesen erwarten neben der Unterstützung der EZB noch ein Entgegenkommen der europäischen Staaten. Sie wollen, dass die Kredite des Euro-Rettungsschirms gestreckt werden. In der Bundesregierung fürchtet man, dass der Bundestag einer solch umfassenden Änderung am laufenden Hilfsprogramm zustimmen müsste.

Das Rettungsprogramm für Irland läuft Ende des Jahres aus, das für Portugal im Herbst 2014. Beide Länder müssen also spätestens im kommenden Jahr zurück an den Kapitalmarkt.

Von

jhi

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

06.02.2013, 11:33 Uhr

Same shit, different day

HaafJohannes

06.02.2013, 11:46 Uhr

Wenn die EZB weiter Konkursverschleppung betreibt durch Ankauf von pleitebedrohten Staatsanleihen, dann ist das nichts anderes als Staatsfinanzierung und Vergemeinschaftung der Haftung auf alle EU-Bürger und kommende Generationen. Was Portugal betrifft braucht es einen Schuldenschnitt und Austritt aus dem Euro, damit durch Abwertung neue Arbeitsplätze wachsen können. Alles andere ist Konkursverschleppung auf Kosten kommender Generationen. Selbst bei Irland wäre eine Staats- und Banken-insolvenz billiger als ständig die Schulden über Generationen vor sich her zu schieben. Wir brauchen eine andere EU-Politik (www.wa2013.der), die Banken- und Staatskonkurse zulässt auf Kosten der Investoren und Kapitaleigner, nicht auf Kosten des steuerzahlers europaweit, und die eine Austritt schwacher Länder aus dem Euro zulässt, damit durch Abwertung wieder Investoren kommen und auf Grund billger LÖhne Arbeitsplätze schaffen. Alles andere wird nur Massenarmut und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit in Europa bringen.

Account gelöscht!

06.02.2013, 14:45 Uhr

Die Iren sollten sich entdlich entscheiden entweder ist die Anglo Irish Bank eine Bank oder nicht. Wenn nicht dann betreibt die EZB bereits jetzt schon monetary financing. Wenn ja dann mussen sie ihre Schulden auch begleichen oder die Bank zumachen.

Irland hat den Bogen bereits mehrfach überspannt und gilt als besonders unzuverlässiger Partner in der Europäischen Union.

Warum soll der Deutsche Steuerzahler für Irische Konsumkredite und Investoren aufkommen? Damit man in Dublin weiter Steuerdumping betreiben kann?

Die EZB hat ihr eigentliches Mandat vollkommen aus den Augen verloren.

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