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14.01.2011

22:31 Uhr

Rücktritt in Tunesien

Ben Ali flieht vor der Oppostion ins Exil

Dramatische Wende in Tunesien: Nach Dauerprotesten und Ausschreitungen hat Präsident Ben Ali abgedankt und fluchtartig das Land verlassen. Reiseveranstalter flogen deutsche Urlauber aus. Kanzlerin Merkel spricht von einer ausgesprochen ernsten Lage.

Wochenlang hatten Tunesier protestiert. dpa

Wochenlang hatten Tunesier protestiert.

HB TUNIS PARIS. Nach den blutigen Massenprotesten in Tunesien hat Präsident Zine el Abidine Ben Ali überraschend abgedankt und fluchtartig das Land verlassen. Zuvor verhängte Ben Ali noch den Ausnahmezustand in dem Mittelmeerland.

Er setzte am Freitag die Regierung ab und rief Neuwahlen aus. Reiseveranstalter flogen deutsche Urlauber in die Heimat aus. Eine erste Maschine mit Touristen traf am Freitagabend in Düsseldorf ein. Der geflohene Präsident wurde auf einem Flughafen der französischen Hauptstadt Paris erwartet.

Wegen einer Luftraumsperrung in Tunesien war es zu Flugausfällen gekommen, die die vorzeitige Heimkehr zahlreicher Touristen verzögerte. Reiseveranstalter schätzen, dass mit deutschen Anbietern etwa 7 000 Touristen nach Tunesien geflogen sind. In den Urlauber- Hotels blieb es zunächst ruhig.

Das Auswärtige Amt in Berlin riet von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Tunesien ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich besorgt über die Lage und mahnte eine friedliche Beilegung der sozialen Unruhen an. Die deutschen Reiseveranstalter sagten wegen des Ausnahmezustands in Tunesien alle Flugreisen für Urlauber in das nordafrikanische Land bis Montag ab. Bisher sollen rund 80 Menschen bei den Protesten gestorben sein.

Kommentare (1)

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Dipl.-Pol. Ghassan Abid

15.01.2011, 02:56 Uhr

Liebe Leser, als deutscher Politikwissenschafler mit tunesischen Wurzeln möchte ich an Sie meinen Standpunkt zur Post-ben Ali-Ära herantragen:
http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/14/offener-brief-an-die-tunesische-nation/.

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