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12.12.2016

20:43 Uhr

Rüstungsbericht

Der Beginn einer neuen Aufrüstungs-Ära

Die Ausgaben für das Militär steigen weltweit an. Gründe dafür sind die Angst vor Russland und die Spannungen im Südchinesischen Meer. Der niedrige Ölpreis setzt dem Drang nach modernen Waffen allerdings Grenzen.

Dass die Europäer für die Verteidigung wieder mehr ausgeben, interpretieren die Experten in erster Linie als Reaktion auf den russischen Kurswechsel dpa

Angst vor Putin

Dass die Europäer für die Verteidigung wieder mehr ausgeben, interpretieren die Experten in erster Linie als Reaktion auf den russischen Kurswechsel

BerlinDie Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) will nicht, dass die europäische Rüstungskooperation als Hintertür für Waffenexporte in undemokratische Staaten missbraucht wird. Fusionen wie diejenige von Krauss-Maffei-Wegmann und der französischen Firma Nexter im vergangenen Jahr dürften nicht dazu führen, „dass die deutschen Rüstungsexportstandards unterschritten, beziehungsweise umgangen, werden“, heißt es im Jahresbericht der GKKE, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

Wie Beispiele von Zulieferungen deutscher Rüstungskomponenten an französische und britische Unternehmen zeigten, sei dies aber bereits Realität. „Deutschland liefert etwa Artilleriezünder und Teile für Kampfflugzeuge, die in Waffensysteme und Munition integriert und dann nach Saudi-Arabien weiterexportiert werden“, kritisierten die Rüstungsexperten der Kirchen. In der GKKE arbeiten Brot für die Welt, der Evangelische Entwicklungsdienst und die Deutsche Kommission Justitia et Pax zusammen.

Derweil ist sich der Branchendienst „Jane's“ sicher: Das Jahr 2016 markiert den Beginn eines neuen Jahrzehnts der Aufrüstung. Ein Grund dafür sind die Spannungen im Südchinesischen Meer, ein anderer die Angst vor einem Russland, das seine außenpolitischen Interessen zunehmend wieder mit militärischen Mitteln durchsetzt.

Auch die anhaltende Instabilität in der arabischen Welt ist ein Faktor, der die Verteidigungsetats in die Höhe treibt. Allerdings stehen Algerien und die Golfstaaten vor dem gleichen Problem wie Russland: Der niedrige Öl-Preis setzt ihrem Drang nach modernen Waffen Grenzen. Bei Russland kommen außerdem noch die Sanktionen wegen der Krim-Annexion hinzu. Die Volkswirtschaften der arabischen Öl-Staaten leiden auch unter der politischen Unruhe, die ihre Region seit 2011 erfasst hat.

Nachdem die weltweiten Verteidigungsausgaben 2011 mit 1,59 Billionen US-Dollar (1,5 Billionen Euro) einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatten, gingen sie ab 2012 wieder zurück. Das lag auch an der globalen Finanzkrise.

Kommentare (1)

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Herr Vinci Queri

13.12.2016, 09:38 Uhr

>> Die Ausgaben für das Militär steigen weltweit an. Gründe dafür sind die Angst vor Russland und die Spannungen im Südchinesischen Meer >>

Wenn man sich die Ausgaben der Militärs aber genau anschaut, so sollten doch eigentlich die RUSSEN und die CHINESEN ANGST vor dem Westen haben !

China ( weniger als ein DRITTEL der US-Ausgaben ) liegt , weit abgeschlagen von den USA, an zweiter Stelle, RUSSLAND gar an SECHSTER Stelle !

Mit dieser einfachen Statistik kann man schon das ganze LÜGEN-Theater der Lügenpresse widerlegen !

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