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15.04.2015

10:37 Uhr

Rüstungshilfe

Deutsche Panzer für Litauen

Luftraumüberwachung, gemeinsame Manöver: Die Bundeswehr unterstützt die baltischen Staaten bereits massiv. Nun kommen Panzerhaubitzen für Litauen hinzu, aus Angst vor dem übermächtigen russischen Nachbarn.

Die schweren Artilleriegeschütze sollen aus den Beständen der Bundeswehr für etwa 15 Millionen Euro an Litauen verkauft werden. dpa

Panzerhaubitze 2000

Die schweren Artilleriegeschütze sollen aus den Beständen der Bundeswehr für etwa 15 Millionen Euro an Litauen verkauft werden.

VilniusAus Angst vor einer russischen Aggression will Litauen die Ausrüstung seiner Landstreitkräfte mit deutscher Hilfe verbessern. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte der litauischen Regierung die Lieferung von zwölf Panzerhaubitzen am Mittwoch bei ihrem Besuch Vilnius fest zu. Sie sollen aus den Beständen der Bundeswehr für etwa 15 Millionen Euro verkauft werden.

Hinzu kommen soll zudem ein passendes Führungs- und Waffeneinsatzsystem, das Steuerung und Beobachtung ermöglicht. „Das ist ein größeres Paket, das wir schnüren werden“, sagte die CDU-Politikerin. Die Details sollen nach Angaben beider Minister im Mai von Experten ausgehandelt werden.

Die Bundesregierung will auch die Lieferung von etwa 100 Transportpanzern aus Industriebeständen nach Litauen unterstützen. Ob diese aus Deutschland kommen werden, steht aber noch nicht fest. Im Gespräch ist der „Boxer“ der deutschen Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall.

Das ist der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann

Produkte

Krauss-Maffei Wegmann (KMW) fertigt einige der bekanntesten deutschen Rüstungsgüter, darunter den Kampfpanzer Leopard oder die Panzerhaubitze 2000.

Eigentümer

Nach einer wechselvollen Geschichte gehört das 1999 zusammengeschlossene Unternehmen heute unter anderem der Unternehmerfamilie Bode.

Geschäftszahlen

Da das Unternehmen nicht an der Börse notiert ist, sind viele Zahlen nicht öffentlich bekannt. Aus der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz für 2012 der Dachgesellschaft Wegmann Unternehmens-Holding GmbH & Co. KG geht hervor, dass der Konzern einen Umsatz von rund 964 Millionen Euro machte. Darin sind aber auch die Erlöse der Unternehmen Schleifring und Wegmann Automotive enthalten.

Mitarbeiter

KMW selbst hat nach eigenen Angaben rund 3200 Mitarbeiter weltweit, Hauptsitz ist München.

Litauen rüstet seine Streitkräfte derzeit massiv auf. Nach einer Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hat das größte baltische Land seine Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr um 50 Prozent erhöht. Das ist die höchste Wachstumsrate in der Europäischen Union und der Nato. Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und fühlt sich seit der russischen Annexion der Krim massiv von dem mächtigen Nachbarland bedroht.

Kommentare (2)

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Herr Paul Rimmele

15.04.2015, 12:01 Uhr

Muß das sein?
Ein klarer unfreundlicher Akt gegenüber Rußland und helfen kanns sowieso nicht.,
Statts für Entspannung durch Gespräche zu suchen wird provoziert.
Viel klüger wäre es, Rußland näher an Europa heranzuführen und einzubinden.
Aber einer Verteidigungsministerin die aus der Bundeswehr eine "Krabbelgruppe" macht
fehlt offensichtlich der geopolitische Background.
Soll lieber mal dafür sorgen, dass unser überteuerter Wellnessverein odentlich -millitärisch-
ausgerüstet wird ( Gewehre, Hubschrauber, Transportflugzeuge, Panzer etc.).
Übrigens: eine Frauenquote bei der "kämpfenden" Truppe ist auch völlig daneben.

Herr Josef Schmidt

15.04.2015, 15:06 Uhr

Da werden die Russen jetzt richtig Angst bekommen von den ganzen zwölf deutschen Haubitzen.

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