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25.03.2011

19:45 Uhr

Ruf nach Investoren

Putin will mehr ausländisches Kapital

Vondpa

Während der Wirtschaftskrise zogen viele Investoren ihre Gelder aus Russland ab. Doch mit dem Aufschwung der Weltwirtschaft hofft Regierungschef Wladimir Putin jetzt wieder auf sprudelnde Kapitalquellen.

Wladimir Putin weiß, wie wichtig Investoren für Russlands Wirtschaft sind. Quelle: dpa

Wladimir Putin weiß, wie wichtig Investoren für Russlands Wirtschaft sind.

Moskau Putin peilt eine deutliche Steigerung der ausländischen Investitionen auf dem Stand vor der Finanzkrise von bis zu 70 Milliarden US-Dollar (ca 49 Mrd Euro) an. "Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, fremdes Kapital für unsere Wirtschaft anzulocken", sagte Putin am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax. Im vergangenen Jahr hätten ausländische Unternehmen rund 40 Milliarden Dollar in Russland angelegt. Allerdings waren nach Angaben der Zentralbank 2010 zugleich mehr als 20 Milliarden Dollar aus Russland abgezogen worden.

Für die Entwicklung Russlands seien fremde Investitionen notwendig, sagte Putin. Trotz der Schwierigkeiten für die russische sowie die internationale Wirtschaft gebe es ein "offenkundiges Interesse" ausländischer Unternehmen an Investitionen im größten Flächenstaat der Erde. Erst kürzlich hatte Finanzminister Alexej Kudrin ein schlechtes Investitionsklima in seinem Land eingeräumt.

Westliche Firmen beklagen Korruption, Vetternwirtschaft und Rechtsunsicherheit.

Um mehr fremdes Kapital anzuziehen, will Russland die Gesetze lockern. So dürfen künftig ausländische Unternehmen ohne Sondergenehmigung der Regierung bis zu 25 Prozent der Anteile statt bisher zehn Prozent von Firmen erwerben, die nach Bodenschätzen graben.

Kommentare (2)

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Profit

25.03.2011, 20:53 Uhr

Die Realität: Viele Russen investieren lieber im Ausland als in Rußland selbst. Dort ist ihr Kapital vor Willkür geschützt. Jüngstes, prominentes Beispiel, das in der Öffentlichkeit nicht bekannt ist und keiner Wirtschaftszeitung eine Meldung Wert war: Der Milliardär und SAP-Gründer Hopp hat das legendäre Hotel "Bühlerhöhe" oberhalb von Baden-Baden an einen mit Putin befreundeten russischen Milliardär verkauft. Der Kaufpreis soll mehrere hundert Millionen betragen haben. Warum er dies tat, obwohl Hopp mit dem Hotel nie (!) Geld verdiente? "Weil das Geld in Deutschland "sicher" ist". Als nächstes Objekt soll die "Grundig-Klinik Bühlerhöhe" dran sein. Überhaupt Baden-Baden: Das ist mittlerweile eine russische Milliardärshochburg geworden. Ein ähnliches Bild in Dubai, Cote d'Azur, Zypern und Türkei. Russisches Geld wird weitgehend unproduktiv in vollkommen überteuerte Immobilien angelegt, während Rußland selbst nach Kapital lechzt. Vor diesem Hintergrund wirkt Putins Aufruf reichlich skurril.

Petra

26.03.2011, 09:02 Uhr

Selbst schuld, wer in Russland investiert! Dort ist Korruption und Vetternwirtschaft um ein Vielfaches höher als hier. Wird ein Unternehmen zu erfolgreich, wird es über Nacht einfach verstaatlicht. Für Russlandinvestoren gilt: Gier frisst Hirn!

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