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07.03.2014

19:51 Uhr

Russen in Deutschland

Kaviar, Krautwickel, Kulturverein

Wegen der Krim-Krise haben die Deutschen so wenig Vertrauen in Russland wie nie. Dabei treffen sie zwischen Flensburg und Bad Tölz jeden Tag auf Russen. Im Alltag gibt es viele Berührungspunkte.

Krautwickel, Kaviar und Wodka – in russischen Supermärkten kann man mit dem nötigen Kleingeld ein Stück Heimat kaufen. Reuters

Krautwickel, Kaviar und Wodka – in russischen Supermärkten kann man mit dem nötigen Kleingeld ein Stück Heimat kaufen.

BerlinProvokationen, Drohungen, Sanktionen - angesichts der Krim-Krise droht zwischen Russland und dem Westen eine neue Eiszeit. Bleibt Moskau stur, will die Europäische Union Einreiseverbote, Kontensperrungen und notfalls auch Wirtschaftssanktionen verhängen. Vor allem in Deutschland fürchtet man, Russland könnte längst überwundene Handelshemmnisse wieder aufbauen. „Das wäre fatal für deutsche Unternehmen“, warnt etwa Rainer Lindner, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft.

Dabei muss es nicht immer um Gas und Öl und andere milliardenschwere Geschäfte gehen. Die Verbindungen zu Russland spüren viele Menschen in Deutschland in ihrem ganz normalen Alltag. Einerseits gehören reiche Russen längst zu den besten Kunden der Edelboutiquen in deutschen Großstädten.

Andererseits arbeiten viele tausend Russen hier. Laut Statistischem Bundesamtes leben gut 1,2 Millionen Menschen mit russischem Migrationshintergrund in Deutschland, etwa die Hälfte ist erwerbstätig.

Ein Mekka der Superreichen aus Russland ist beispielsweise Baden-Baden. Vor allem die Immobilien in der Kurstadt haben es der zahlungskräftigen Kundschaft angetan. Der Wert der Häuser, die von Russen gekauft werden, hat sich nach Angaben der Stadt seit 2006 vervierfacht. Die aktuellsten Zahlen stammen aus 2012. Damals kauften Russen in Baden-Baden Immobilien für insgesamt 66,2 Millionen Euro. Davon entfielen immerhin 13,5 Millionen auf den Kauf von Villen - zur Freude der Makler vor Ort.

Um der Nachfrage gerecht zu werden, beschäftigen mehrere Immobilienunternehmen Personal mit Russisch-Kenntnissen. „Wir machen schon seit zehn Jahren Geschäfte mit russischen Kunden“, sagt der Inhaber der Firma Bereit Exklusiv-Immobilien, Peter Bereit. „Wir haben eine russische Homepage und drei unserer sieben Mitarbeiter sprechen Russisch.“ Der Geschäftsmann schätzt, dass 60 bis 70 Prozent seines Umsatzes auf russische Kunden entfallen.

Kommentare (1)

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07.03.2014, 16:47 Uhr

Reiche Russen kaufen massenhaft Immobilien in die Deutschland und treiben damit die Preise nach oben.
Auch das verbindet...

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