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26.10.2016

15:56 Uhr

Russische Kriegsschiffe im Mittelmeer

Moskau will nicht mehr in Spanien auftanken

Ausgerechnet beim Nato-Mitglied Spanien wollte eine Flotte russischer Kriegsschiffe auftanken. Die Nato-Partner zeigten sich empört. Nun zieht Russland seine Anfrage zurück.

Die Nato-Partner befürchten, dass die russische Flotte im Mittelmeer bei Luftschlägen gegen Aleppo helfen könnte. dpa

Russische Kriegsschiffe

Die Nato-Partner befürchten, dass die russische Flotte im Mittelmeer bei Luftschlägen gegen Aleppo helfen könnte.

Moskau/Madrid/BrüsselMoskau hat seine Anfrage zur Betankung russischer Kriegsschiffe in der spanischen Exklave Ceuta zurückgezogen. Das bestätigte die russische Botschaft in Madrid am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Den Grund dafür nannte die Vertretung zunächst nicht. Die mögliche Betankung an der nordafrikanischen Küste hatte bei Spaniens Nato-Partnern für Empörung gesorgt.

Es wäre äußerst besorgniserregend, wenn ein Nato-Mitglied einen russischen Verband unterstützen würde, „der am Ende möglicherweise syrische Zivilisten bombardiert“, sagte Großbritanniens Verteidigungsminister Michael Fallon bei einem Treffen mit seinen Nato-Kollegen am Mittwoch in Brüssel.

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte, die Nato sei besorgt, dass die Flotte helfen könnte, die Luftschläge gegen Aleppo auszuweiten.

Russland ist seit rund einem Jahr in dem Bürgerkriegsland aktiv und hilft dabei vor allem Präsident Baschar al-Assad. Die Nato-Staaten unterstützen im Syrienkrieg Assad-Gegner.

Der frühere belgische Regierungschef Guy Verhofstadt, heute Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Europaparlament, hatte bereits am Dienstag auf seiner Facebook-Seite geschrieben: „Es ist skandalös, dass Spanien, ein Mitglied der Nato und der EU, der russischen Kusnezow-Flotte erlauben will, auf spanischem Territorium aufzutanken und technische Unterstützung zu erhalten.“ Spanien habe schließlich erst in der vergangenen Woche eine Erklärung des Europarates unterzeichnet, in dem Russland Kriegsverbrechen gegen Zivilisten in Aleppo vorgeworfen würden.

Von

dpa

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