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22.08.2014

20:38 Uhr

Russischer Hilfskonvoi

Lastwagen überqueren Grenze zur Ukraine

Im Streit um seinen Hilfskonvoi für die Ostukraine macht Russland ernst: Die 280 Lastwagen passieren die Grenze – ohne Erlaubnis aus Kiew, ohne das Rote Kreuz. Weltweit hagelt es Protest – Merkel will ein Zeichen setzen.

Die rund 280 Lastwagen aus Russland trafen am Abend in Lugansk ein. dpa

Die rund 280 Lastwagen aus Russland trafen am Abend in Lugansk ein.

Kiew/BerlinUnter scharfem internationalem Protest ist der russische Hilfskonvoi am Freitag ohne Erlaubnis über die Grenze in die Ostukraine gerollt. Nach wochenlangem Streit wollte der Kreml nicht länger auf das Einverständnis des Roten Kreuzes und der Regierung in Kiew warten, wie das Außenministerium in Moskau mitteilte. Am Abend erreichten alle 280 Lastwagen die Separatistenhochburg Lugansk, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung laut Interfax sagte.

Der ukrainische Geheimdienstchef Valentin Naliwajtschenko geißelte dies als eine „direkte Invasion“, und Präsident Petro Poroschenko warf Moskau einen Bruch des Völkerrechts vor. Auch die EU-Kommission bescheinigte Moskau eine „klare Verletzung der ukrainischen Grenze“.

Kanzlerin Angela Merkel rügte, der Transit sei „ohne Zustimmung der Ukraine, ohne Begleitung durch das Rote Kreuz und zum Teil auch ohne vorherige Inspektion“ geschehen. Damit nehme „Russland eine Eskalation der ohnehin schon angespannten Situation billigend in Kauf“. Merkel drang in Telefonaten mit Poroschenko und Kremlchef Wladimir Putin zudem darauf, rasch zu einer Einigung über einen Waffenstillstand und die Sicherung der russisch-ukrainischen Grenze zu kommen.

Der Konflikt müsse friedlich gelöst werden, sagte sie der Chemnitzer „Freie Presse“ (Samstag). „Eine rein militärische Lösung wird es nicht geben.“

Der Streit um die humanitäre Hilfe für die Ostukraine

11. August

Kremlchef Wladimir Putin kündigt russische Hilfe an. Ein Konvoi soll in Abstimmung mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) organisiert werden.

12. August

In Russland werden laut Staatsfernsehen etwa 280 Lastwagen mit rund 2000 Tonnen Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen Gütern beladen. Beim Start ist unklar, ob der Transport mit Kiew abgestimmt ist. Der Vizechef der ukrainischen Präsidialverwaltung, Waleri Tschaly, sagt, man werde keinen rein russischen Konvoi auf ukrainisches Staatsgebiet lassen. Die Regierung in Kiew befürchtet, dass der Kreml unter dem Deckmantel einer Hilfsaktion Waffen für Separatisten einschmuggeln könnte. Moskau weist dies zurück.

13. August

In Kiew bekräftigt Ministerpräsident Arseni Jazenjuk, nur unter IKRK-Federführung werde der Konvoi ins Land gelassen. Laut Innenminister Arsen Awakow dürfen die Lastwagen nicht wie zunächst geplant durch das Gebiet Charkow fahren. Erstmals kündigt auch die Regierung in Kiew Unterstützung für die notleidenden Menschen an.

14. August

Der russische Konvoi steht vor der Grenze im Gebiet Rostow. Von dort können die Lastwagen direkt in ein von Separatisten kontrolliertes Gebiet einfahren. Die ukrainische Regierung startet Fahrzeuge mit eigenen Hilfsgütern. Insgesamt will Kiew mehr als 70 Lastwagen mit rund 800 Tonnen Hilfsgütern ins Krisengebiet schicken und dort dem Roten Kreuz übergeben. Erste ukrainische Transporter mit Medikamenten und Lebensmitteln erreichen am Abend einen Sammelpunkt nördlich von Lugansk. Ob der russische Konvoi die Grenze passieren darf, ist unklar. Er hängt wegen mangelnder Absprachen zwischen Moskau, Kiew und dem Roten Kreuz fest.

15. August

Moskau und Kiew einigen sich. Der russische Konvoi darf über die Grenze, wenn seine Ladung vom Roten Kreuz kontrolliert und formell übernommen wird. Laut Pentagon hat Moskau Washington versichert, der Konvoi sei kein Vorwand für militärisches Eingreifen. Berichte über einen angeblichen russischen Armeekonvoi auf ukrainischem Gebiet sorgen für Aufregung. Der Westen wirft Russland Provokation vor. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

16. August

Separatistenführer Andrej Sachartschenko spricht von Verstärkung - unter anderem „1200 in Russland ausgebildete Kämpfer“. Der Kreml dementiert aber später erneut jede Unterstützung. Der Hilfskonvoi aus Moskau steht weiter vor der ukrainischen Grenze. Russland fordert für die Verteilung der Güter durch das Rote Kreuz eine Feuerpause. Die Lebensmittel sollen vor allem Lugansk zu Gute kommen - in der Separatistenhochburg leben rund 200 000 Bewohner ohne Versorgung. Eine baldige Waffenruhe ist aber nicht in Sicht.

17. August

Im Osten nichts Neues - das Rote Kreuz wartet weiter auf Sicherheitsgarantien, sonst will die Organisation den Konvoi nicht in die Kampfzone führen. Die Separatisten schießen ein Armeeflugzeug ab, während der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin vom Westen Waffenhilfe erbittet. Alle Augen richten sich auf Berlin: Ein Treffen von Klimkin, seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier sowie Sergej Lawrow aus Russland und dem Franzosen Laurent Fabius soll dort am Abend zur Entspannung der Lage beitragen.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen rügte, die Konvoi-Fahrt verletze die ukrainische Souveränität. Die Allianz beobachte zudem einen „alarmierenden Aufbau“ russischer Boden- und Lufttruppen nahe der Ukraine. Zudem seien seit Mitte August auch russische Soldaten auf ukrainischen Gebiet aktiv. Unter anderem beschieße russische Artillerie von diesseits und jenseits der Grenze ukrainische Regierungstruppen. „Anstatt die Lage zu deeskalieren, fährt Russland fort, sie zu eskalieren.“ Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin bestritt Rasmussens Vorwürfe.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen berief am Freitag eilig eine Sondersitzung ein. Um 21 Uhr MESZ wollte sich das mächtigste UN-Gremium in New York mit dem umstrittenen Grenzübertritt des Hilfskonvois befassen. Die Sitzung sollte nicht öffentlich sein.

Kremlchef Wladimir Putin wies die Kritik am Konvoi bei einem Telefonat mit Merkel zurück. Die Führung in Kiew habe die Erlaubnis zum Grenzübertritt immer wieder verzögert, so dass Moskau schließlich eine Entscheidung treffen musste, sagte der Präsident. Putin habe Merkel seine „ernste Besorgnis“ darüber mitgeteilt, dass die Regierung in Kiew Lugansk und Donezk immer stärker unter Beschuss nehme und dabei zivile Opfer in Kauf nehme.

Kommentare (1)

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Herr Mmnews De

27.08.2014, 16:01 Uhr

Wollen die USA in Europa einen Krieg mit Russland?

Sind Russland & China auf dem Weg, sich vom privaten Dollar-Zwangssystem zu befreien?

Der chinesische Yuan soll dem privaten FED-Dollar als Weltwährung Konkurrenz machen.

Die Bank of China eröffnete in Frankfurt am Dienstag die erste Drehscheibe für die Landeswährung.
Weitere in London und Luxemburg werden folgen. Die Amerikaner bzw. FED sehen mit Missfallen, dass ausgerechnet Deutschland den Chinesen Starthilfe leistet.

Geldhäuser und Unternehmen können über die Bank of China in Frankfurt bald Geschäfte in Yuan abwickeln. Das viertgrößte Institut der Volksrepublik gab am Dienstag offiziell den Startschuss für die sogenannte Renminbi-Clearing-Bank in der hessischen Finanzmetropole.

China bläst zum Angriff auf den privaten FED-Dollar und das Medienkartell schweigt!

“Ab heute haben wir die Türen geöffnet”, sagte Bernd Meist, einer von zwei Geschäftsleitern der Frankfurter Niederlassung. Zudem vereinbarten die Chinesen eine Kooperation mit der Deutschen Bank. Beide Geldhäuser wollen dafür sorgen, dass künftig mehr Geschäfte zwischen China und Deutschland in Yuan abgewickelt werden und nicht mehr in Dollar.

Russland und China auf dem Weg, sich vom Dollar-Zwangssystem zu befreien?

Wenn sie damit Erfolg haben, bedeutet es den Todesstoß für die globale Vormachtstellung Amerikas bzw. der privaten FED-Bankster!

Seit dem 2. Weltkrieg wird der Handel mit Erdöl gezwungenermassen in privaten Fed-Dollar fakturiert, was der Rest der Welt ( Dank US Army oder besser FED Army ) so hinzunehmen hatte.

Wer sein Öl nicht gegen private FED-Dollar, sondern gegen Euro verkaufen wollte, wurde vom westlichen Medienkartell zum "Terroristen" erklärt ( Saddam Hussein , Hugo Chavez, Gaddafi, Ahmadinedschad ) und von der Nato "befreit".

Ist das der wahre Grund weshalb FED-Marionette Obama einen Krieg in Europa mit Russland will?

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/brics-bedrohen-das-us-weltbank-monop

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