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31.03.2014

16:46 Uhr

Russischer Regierungschef

Medwedew besucht die Krim

Als erster hoher russischer Regierungsvertreter war Verteidigungsminister Schoigu auf die Krim gereist. Nun macht es sein Chef Dmitri Medwedew nach. Derweil meldet die Ukraine, Russland ziehe Truppen von der Grenze ab.

Russlands Regierungschef Dimitri Medwedew besucht die Krim. dpa

Russlands Regierungschef Dimitri Medwedew besucht die Krim.

MoskauNach der Übernahme der Krim durch Moskau hat der russische Regierungschef Dmitri Medwedew am Montag die Schwarzmeerhalbinsel besucht. Medwedew wolle sich ein Bild von der sozialen und wirtschaftlichen Lage auf der Krim machen, berichteten mehrere russische Nachrichtenagenturen. Der Regierungschef sei mit einer Regierungsdelegation in der Regionalhauptstadt Simferopol angekommen.

Als erster ranghoher russischer Regierungsvertreter war Verteidigungsminister Sergej Schoigu Anfang vergangener Woche auf die Krim gereist, um sich ein Bild von den militärischen Einrichtungen vor Ort zu machen. Russland hatte sich die ukrainische Teilrepublik Mitte des Monats ungeachtet internationaler Proteste einverleibt, nachdem sich die Bevölkerung in einem umstrittenen Referendum mehrheitlich für den Beitritt zur Russischen Föderation ausgesprochen hatte.

Unterdessen hat Russland hat nach ukrainischen Angaben am Montag Truppen aus dem Grenzgebiet an der Ostgrenze zur Ukraine abgezogen. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew, Olexij Dmitraschkiwski, sagte, würden die russischen Truppen „schrittweise“ zurückgezogen. Dafür gebe es zwei mögliche Erklärungen: Es könne sich um eine routinemäßige „Ablösung“ der dort stationierten Soldaten handeln oder aber auch um das Ergebnis der Ukraine-Krisengespräche zwischen den Regierungen der USA und Russlands am Wochenende.

Russland bestätigte am Nachmittag den teilweisen Abzug von Truppen. Ein Bataillon sei nach einer Übung aus der Region Rostow am Don wieder in die Kasernen der Region Samara zurückgekehrt, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit.

Die US-Regierung geht davon aus, dass rund 20.000 russische Soldaten in Grenznähe zur Ukraine stationiert sind. Kiew und der Westen zeigten sich alarmiert. Aus Moskau wurden dagegen massive Truppenbewegungen dementiert. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Samstag versichert, Russland hege „nicht die geringste Absicht“, in der Ukraine einzumarschieren.

Die russische Annexion der Krim hatte zuletzt zu großen Spannungen mit Russland geführt. Trotz massiver internationaler Proteste hatte Moskau die ukrainische Halbinsel Krim in sein Staatsgebiet eingegliedert, nachdem sich die dortige Bevölkerung in einem umstrittenen Referendum für die Abspaltung von der Ukraine ausgesprochen hatte. Der Westen verhängte daraufhin Sanktionen gegen Mitglieder der russischen Führung.

Von

afp

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