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02.06.2015

14:52 Uhr

Russischer Waffenhersteller

Ukrainische Rakete soll Flug MH17 abgeschossen haben

Der russische Hersteller des Flugabwehrsystems Buk behauptet, dass der Passagierflug MH17 von einer ukrainischen Rakete abgeschossen wurde. Die Analyse basiere auf Fotos.

Ein Teil der im Juli 2014 abgeschossenen Boeing 777. Der russische Staatskonzern Almas-Antei sieht eine Rakete aus ukrainischem Arsenal verantwortlich für den Abschuss. dpa

Flug MH17

Ein Teil der im Juli 2014 abgeschossenen Boeing 777. Der russische Staatskonzern Almas-Antei sieht eine Rakete aus ukrainischem Arsenal verantwortlich für den Abschuss.

MoskauDie vor knapp einem Jahr über der Ostukraine abgestürzte Passagiermaschine ist nach russischer Darstellung von einer Rakete abgeschossen worden, die Teil des ukrainischen Waffenarsenals war.

Das erklärte der staatlich kontrollierte russische Hersteller des Flugabwehrsystems Buk, Almas-Antei, am Dienstag. Demnach wurde Flug MH17 im Juli 2014 von einer älteren Version einer Buk-Rakete vom Himmel geholt, die vom russischen Militär nicht genutzt wird.

Das Unternehmen stützt sich auf eine Analyse von Fotos vom Wrack des abgestürzten Flugzeugs, die öffentlich zugänglich seien, sagte Michail Malyschewski, ein Berater des Generaldirektors von Almas-Antei. Die Löcher in den Flugzeugteilen entsprächen einer speziellen Art von Buk-Rakete und deren Sprengkopf, sagte er.

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Bei dem Absturz der Passagiermaschine am 17. Juli kamen alle 298 Menschen an Bord ums Leben. Wer für das Unglück verantwortlich ist, ist weiterhin unklar. Die Ukraine und westliche Regierungen vermuten, dass die Boeing 777 von einer russischen Boden-Luft-Rakete zerstört wurde, die von russischen Soldaten oder prorussischen Separatisten abgefeuert wurde. Russland beschuldigte hingegen die ukrainische Luftwaffe. Das russische Außenministerium hatte kurz nach der Katastrophe Satellitenaufnahmen vorgelegt, auf denen ein ukrainisches Buk-System in der Nähe zur Absturzstelle zu sehen war. Der britische Investigativ-Blogger Eliot Higgins behauptete jedoch in einer am Wochenende veröffentlichten Analyse, dass die Fotos gefälscht sind.

Flug MH17: Wer hat geschossen?

Video: Flug MH17: Wer hat geschossen?

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Von

ap

Kommentare (6)

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Herr Klaus Hofer

02.06.2015, 16:02 Uhr

Vermutlich wird es keine absolut sichere Analyse geben. Die Aussage des russischen Waffenherstellers erscheint prima facie indes schon deshalb glaubhaft, weil es trotz intensiver Bestrebungen, Rußland für den Abschuß der Maschine verantwortlich zu machen, bisher an eindeutigen Beweisen gefehlt hat - obwohl eine Verantwortung Rußlands politisch gewünscht war.
Der Westen sollte sich bei dem Ukraine Konflikt insgesamt die Frage stellen, ob die so eindeutige Positionierung zugunsten der Ukraine seinem eigenen Interesse entspricht. Dem Interesse Westeuropas und insbesondere Deutschland entspricht die einseitige Parteinahme sicherlich nicht.

Herr Vitorio Query

02.06.2015, 18:57 Uhr

Es gibt auch eine Menge Pseudo-Analysten in Russland.

Man sollte sich aber an Tatsachen halten, und weder Junta-Propaganda noch Ptropaganda russischer Pseudo-Experten verbreiten !

Luegenpresse hat ausgedient ! Und Luegen sind auch keine Meinungsvielfalt, wie Generalsekraetaer der Union das unlaengst behauptete, sondern bleiben LUEGEN !

Herr Walter Gerhartz

03.06.2015, 12:31 Uhr

C. Rice und Z. Brzeziński hatten darauf hingewiesen, dass es für die USA äußerst wichtig ist, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Europa einzuschränken – man will die Absatzmärkte dort für sich selbst nutzen.
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Einmal geht es darum, das Energiemonopol Russlands in Europa zu brechen (Gazprom), wahrscheinlich will man dann mit TTIP&Co. das amerikanische Erdgas in Europa standardisieren. Zum anderen sollen die ehemaligen Ostblockstaaten gegen Russland aufgerüstet werden, indem sie eng an die NATO angebunden werden und so unter amerikanischer Kontrolle sind.
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Die Ukraine ist ein wichtiges Transitland für Europa, da Europa nur über die Ukraine den Handelsplatz Nr. 1 der Zukunft: Russland, China, Indien, erreichen kann. Diesen Zugang wollen die USA kontrollieren.

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