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11.09.2015

20:04 Uhr

Russisches Militär in Syrien

Die halbstarke Supermacht

VonAndré Ballin

Minenwerfer, Schützenpanzer, schwere Lastenfahrzeuge: Russland hat seine militärischen Aktivitäten in Syrien drastisch erhöht. Neben außenpolitischen Ambitionen treiben den Kreml dabei auch innenpolitische Ängste.

Zu Beginn der Ukraine-Krise hat Moskau ungekennzeichnete Soldaten auf der Halbinsel Krim eingesetzt – wofür Putin später gefeiert wurde, unter anderem mit diesem Graffiti. In Syrien scheint die Lage nun ähnlich. AFP

Parallelen zur Krim-Krise

Zu Beginn der Ukraine-Krise hat Moskau ungekennzeichnete Soldaten auf der Halbinsel Krim eingesetzt – wofür Putin später gefeiert wurde, unter anderem mit diesem Graffiti. In Syrien scheint die Lage nun ähnlich.

Moskau„Russland hat nie ein Geheimnis aus der militärisch-technischen Zusammenarbeit mit der Syrischen Arabischen Republik gemacht. Unser Land liefert Syrien in Übereinstimmung mit bilateralen Verträgen seit langem Waffen und Militärtechnik“, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa, nachdem die jüngsten Rüstungslieferungen ruchbar wurden: Neben Schusswaffen wurden dabei mehreren übereinstimmenden Berichten nach auch Minenwerfer, Schützenpanzer vom Typ BTR-82A und schwere Ural-Lkw auf dem See- und Luftweg angelandet.

Leugnen, einräumen, herunterspielen: Die Taktik des Kremls bei der Informierung der Öffentlichkeit über seine Aktivitäten in Syrien erinnert an die Vorgänge in der Ukraine, wo es die Wahrheit ebenfalls zumeist scheibchenweise gab, wenn die Gegenseite schon darüber berichtet hatte. Der russische Nahostexperte Alexej Malaschenko jedenfalls fühlte sich an das Krim-Szenario erinnert, „wo es zunächst keine russischen Soldaten gab, dafür aber hinterher der Kreml das Vorhandensein ‚höflicher Menschen‘ auf der Halbinsel einräumte“.

Berichte aus Israel: Russland hat aktive Soldaten in Syrien

Berichte aus Israel

Russland hat aktive Soldaten in Syrien

Militärische Rückschläge für den Syriens Präsident Assad machen dessen Verbündeten Russland offenbar nervös. Erste russische Soldaten sollen Syrien erreicht haben. Moskau spricht dagegen von vertragsgemäßen Lieferungen.

Die Geheimhaltung der syrischen Aktivitäten ist deshalb verwunderlich, weil Moskau selbst kürzlich noch die Notwendigkeit einer Großen Koalition im Nahen Osten gegen den Islamischen Staat betont hat und auch versuchte, die notwendige Unterstützung dafür zu bekommen, die syrische Armee und die Kurden als Bodentruppen des Anti-Terrorkampfs anzuerkennen. Präsident Baschar al-Assad wäre damit zum Verbündeten des Westens gekürt worden, was sowohl im arabischen Raum als auch in Washington auf wenig Gegenliebe stieß.

Islamischer Staat in Syrien: IS-Terrormiliz steht vor den Toren von Damaskus

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Assads Armee ist in der Defensive: Ihr gehen die Rekruten aus, die Kampfmoral ist am Boden. Der IS rückt näher.

Der Alleingang ist Indiz dafür, dass Moskau seine diplomatische Offensive als gescheitert betrachtet. Da aber weder der gesamte Umfang der Lieferungen noch der angebliche Einsatz russischer Soldaten bekannt ist – bislang wird in Moskau lediglich von vereinzelten „Militärberatern“ gesprochen –, bleiben auch die strategischen Ziele des Kremls in der Region noch halb verschwommen. Klar ist: Ein Engagement wie in Afghanistan in den 80er-Jahren kann und will sich Russland nicht leisten.

Kommentare (1)

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Herr Old Harold

15.09.2015, 15:42 Uhr


Erfahrene Politiker der "Alten Schule" hätten das Syrien-Problem in Geheimverhandlungen längst gelöst:

Putin unterstützt Giftgas-Assad nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil der ihm eine Basis für die Russische Mittelmeerflotte stellt.

Diese Basis ist vom IS akut bedroht.

Wenn die Flotte auf das nur wenige Kilometer entfernte Nicht-NATO-Land Zypern verlegt würde, in dem sich ohnehin viele reiche Russen angesiedelt haben, würde Putin Assad wie eine heiße Kartoffel fallen lassen.

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