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06.12.2011

17:32 Uhr

Russland

100 Festnahmen nach Wahlen in Moskau

In Moskau sind nach erneuten Protesten gegen die Parlamentswahl vom Wochenende mehr als 100 Demonstranten festgenommen worden. Unter den Festgenommenen sind auch mehrere bekannte Persönlichkeiten.

Die Polizei ist gegen die Demonstranten vorgegangen. dpa

Die Polizei ist gegen die Demonstranten vorgegangen.

Bei neuen Protesten gegen den Ausgang der russischen Parlamentswahl haben Sicherheitskräfte in Moskau und St. Petersburg am Dienstag weit mehr als 100 Menschen festgenommen. Unter den Festgenommenen war nach Angaben der Agentur Interfax der Regierungskritiker und frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow. In Gewahrsam kamen auch der Skandalautor Eduard Limonow sowie mehrere Journalisten und Menschenrechtler. Der international ausgezeichnete Bürgerrechtler Oleg Orlow von der Organisation Memorial wurde erst auf einer Polizeistation wieder freigelassen.

„Das Volk glaubt Putin nicht“, riefen Demonstranten in Sprechchören. Die Wahlkommission hatte der Partei Geeintes Russland von Regierungschef Wladimir Putin den Sieg bei der Abstimmung zugesprochen. Für Putin demonstrierten unterdessen mehrere tausend Mitglieder der Kremljugend.

Der Oppositionspolitiker Sergej Mitrochin von der liberalen Jabloko-Partei bestätigte am Rande der nicht genehmigten Kundgebung seine Festnahme. Die Jabloko-Partei hatte bei der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Dumawahl vom Sonntag den Einzug ins Parlament verpasst.

Für Aufsehen in Moskau sorgte zudem die Verurteilung des prominenten Bloggers Alexej Nawalny zu 15 Tagen Arrest. Der Anwalt hat eine tausende Mitglieder zählende Fangemeinde und wird von Beobachtern als möglicher Präsidentenkandidat gehandelt.

Das Innenministerium hatte schon am frühen Nachmittag Truppen im Zentrum der russischen Hauptstadt zusammengezogen. Am Vorabend hatten dort mehr als 6.000 Menschen protestiert. Im Anschluss an die genehmigte Kundgebung hatte es etwa 300 Festnahmen gegeben.

Kommentare (1)

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sterbende_demokratie

06.12.2011, 19:27 Uhr

Wo ist das Problem?

Es ist halt eine "gelenkte" Demokratie.

So etws "feines" haben wir dank Brüssel auch bald.

Freu dich drauf Bürger, die Märkte wollen nun einmal "beruhigt" werden.

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