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06.03.2012

04:56 Uhr

Russland

550 Festnahmen bei Demonstration gegen Putin

Die Wahlen in Russland sind vorbei, die Opposition protestiert, geht auf die Straßen. Die russische Polizei greift mit Härte durch. Trotz des Sicherheitsaufgebots protestierten am Montag 20.000 Menschen gegen Putin.

Proteste nach Putins Wahlsieg

Video: Proteste nach Putins Wahlsieg

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MoskauNach dem harten Einsatz gegen Demonstranten bei Protesten in Moskau und St. Petersburg gegen die russische Präsidentenwahl hat die Polizei in der Nacht zum Dienstag die ersten Kritiker von Wladimir Putin wieder auf freien Fuß gesetzt. Mit Einschüchterungen und einem gewaltigen Sicherheitsaufgebot erhöht die russische Führung nach der Präsidentenwahl den Druck auf die Opposition. Doch die Gegner Putins wollen nicht klein beigeben.

Am Montag demonstrieren nach Angaben der regierungskritischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ in Moskau rund 20.000 Menschen gegen das ihrer Ansicht nach gefälschte Wahlergebnis. Die Polizei war erstmals seit Monaten wieder mit Härte vorgegangen und hatte dabei mindestens 550 Demonstranten festgenommen. Auf dem Puschkin-Platz in Moskau drängten Bereitschaftspolizisten zahlreiche Demonstranten in wartende Polizeibusse. Bei einer zweiten, nicht genehmigten Kundgebung wurden in der Hauptstadt mindestens 100 radikale Oppositionelle festgenommen. In der ganzen Stadt seien etwa 250 Menschen festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Einige der Demonstranten sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der populäre Blogger Alexej Nawalny, der in Oppositionskreisen als möglicher künftiger Präsidentschaftskandidat gehandelt wird, sei gegen eine Geldstrafe freigelassen worden. Das meldete die Agentur Interfax in der Nacht zu Dienstag in Moskau. Auch der Linkspolitiker Sergej Udalzow sollte bald auf freiem Fuß sein. Der bekannte Oppositionelle Ilja Jaschin beklagte am Abend, er werde seit mehreren Stunden mit 19 anderen Festgenommenen in einem Polizeibus festgehalten. „Alles ziemlich seltsam“, teilte Jaschin per Telefon mit.

Die Regierungsgegnern organisieren sich vor allem über das Internet. Auch Menschenketten und Autokorsos sind in Planung. „Das Organisationskomitee „Für freie Wahlen' erkennt das Ergebnis nicht an“, schreibt Sergej Udalzow von der außerparlamentarischen Linken Front bei Twitter. Der 35-Jährige ist einer der jüngeren Oppositionsvertreter, die sich den Protest gegen Putin auf die Fahnen geschrieben haben. Auch er wurde bei der Kundgebung am Montag festgenommen. Udalzow wird von einigen wenigen schon als möglicher Nachfolger von Kommunistenchef Gennadi Sjuganow (67) gehandelt, der bei der Abstimmung zwar auf dem zweiten Platz landete, aber mit 18 Prozent weit unter den Erwartungen blieb.

Überhaupt hoffen viele auf einen Generationenwechsel in den Reihen der Opposition. Ehemalige Mitglieder der Regierung wie der frühere Vize-Ministerpräsident Boris Nemzow gelten als Symbol für die chaotische Zeit vor Putin - und sind deshalb für die meisten Enttäuschten der damaligen Zeit keine Alternative.

Viele vor allem aus dem gut gebildeten Bürgertum, das eine wichtige Rolle in der Protestbewegung spielt, hoffen deshalb eher auf den bekannten Blogger Alexej Nawalny. Der 35-Jährige hat bereits angedeutet, dass er sich eine Kandidatur als Präsident vorstellen könne. Nawalny gibt Putin höchstens noch zwei Jahre im Amt.

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Kommentare (6)

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05.03.2012, 23:08 Uhr

Viel zu umständlich! Wieso Festnahmen, warum nicht gleich abknallen?!

bjarki

06.03.2012, 02:55 Uhr

Putin zeigt sein hässliches Gesicht, aber ob mit oder ohne Tränen, mit seinem Wahlbetrug ist er auf die Strasse abgebogen, die abrupt in 200 Meter Höhe über einer Schlucht endet. Die Schlucht heisst Freiheit.

Account gelöscht!

06.03.2012, 06:49 Uhr

Es jaulen die Medien im Chor, welch' Schande sich doch in Russland abspielt. Der Maulkorb zu berichten welcher OFFENE Betrug sich bei den Vorwahlen in den USA abspielt, ist nicht zu übersehen. Hüben wie Drüben wird der verfassungstreue Präsidentschaftskandidat RON PAUL einfach totheschwiegen und nach allen Regeln der Kunst über's Ohr gehauen. DAS, meine Damen und Herren der Presse, ist ein über Monate fortgesetzter Wahlbetrug!
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