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12.07.2017

19:20 Uhr

Russland-Affäre

Druck auf Trump nimmt wegen E-Mails seines Sohnes zu

Die von Präsidentensohn Donald Trump Jr. veröffentlichten E-Mails gelten als bisher klarstes Indiz, dass Trump und Russland vor der Wahl zusammengearbeitet haben könnten. Juristische Beweise sind sie allerdings nicht.

Nach den veröffentlichten E-Mails des Sohnemanns gerät der US-Präsident zusehends unter Druck. AP

Donald Trump

Nach den veröffentlichten E-Mails des Sohnemanns gerät der US-Präsident zusehends unter Druck.

WashingtonDer in der Russland-Affäre stark in Bedrängnis geratene US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch seinen Sohn wegen dessen E-Mail-Enthüllungen verteidigt. Trump Jr. hatte am Vorabend (Ortszeit) in einem Interview des Senders Fox News seine Kontaktaufnahme zu einer russischen Anwältin im Wahlkampf gerechtfertigt. Er hatte jedoch auch eingeräumt, dass er die Angelegenheit heute anders handhaben würde. „Mein Sohn hat gestern einen guten Job gemacht. Er war offen, transparent und unschuldig“, schrieb Trump am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Trump Jr. hatte am Dienstag einen E-Mail-Wechsel mit dem Publizisten Rob Goldstone selbst öffentlich gemacht, nachdem die „New York Times“ über die Angelegenheit berichtet hatte. Daraus geht hervor, dass ihm belastende Informationen über die Konkurrentin seines Vaters bei der Präsidentschaftswahl, die Demokratin Hillary Clinton, in Aussicht gestellt worden waren. In einer E-Mail hatte ihm sein Vertrauter Goldstone geschrieben: „Das sind offensichtlich hochrangige und sensible Informationen, aber es ist Teil der Unterstützung Russlands und der Regierung für Herrn Trump (...)“.

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Trumps Gehilfen in der Russland-Affäre könnten schon bald auf der Anklagebank landen. Dass der US-Präsident nichts davon wusste, ist unwahrscheinlich. Für einen ist das Chaos ein großer Triumph: Putin. Ein Kommentar.

Die Affäre um mögliche Absprachen zwischen Russland und dem Wahlkampfteam von Donald Trump hat damit den innersten Zirkel des US-Präsidenten erreicht. An der Begegnung mit der russischen Anwältin, die bisher vor allem im Kampf gegen Sanktionen für russische Unternehmen tätig war, sollen auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie sein damaliger Wahlkampfchef Paul Manafort teilgenommen haben.

Der Trump-Sohn hatte auf die Einladung zu dem Gespräch mit den Worten reagiert: „Es sieht so aus, als ob wir Zeit hätten, und wenn es das ist, was Du sagst, liebe ich es.“ In einem Interview mit Fox News bezeichnete der 39-Jährige sein Vorgehen als „Recherche über die Opposition“.

Das Treffen sei aber mehr als harmlos gewesen, sagte Trump Jr. auf Fox News: „Es waren im wahrsten Sinne des Wortes vergeudete 20 Minuten, die eine Schande waren.“ Trump selbst lobte seinen Sohn für die Offenheit, mit der er seine E-Mail-Konversation publik gemacht habe. Der Präsident twitterte: „Er ist ein großartiger Mensch, der unser Land liebt!“

Der „New York Times“, die den Fall ins Rollen gebracht hatte, lag nach eigenen Angaben der E-Mail-Wechsel vorab vor. Sie hatte Trump Jr. vor dessen Veröffentlichung um eine Stellungnahme gebeten.

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