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15.10.2013

16:08 Uhr

Russland

Anschlag auf Chemiewaffenlager verhindert

Radikale Islamisten sollen einen Angriff auf das Chemiewaffenlager Maradikowski geplant haben – und russische Sicherheitskräfte verhinderten ihn. Das hat die russische Ermittlungsbehörde mitgeteilt.

Die beiden Verdächtigen kämen aus dem Nordkaukasus: Dort liegt auch die Stadt Sotschi, in der im kommenden Jahr die olympischen Winterspiele stattfinden. Der tschetschenische Rebellenchef hatte gefordert mit „maximaler Gewalt“ vorzugehen, um die Spiele zu verhindern. dpa

Die beiden Verdächtigen kämen aus dem Nordkaukasus: Dort liegt auch die Stadt Sotschi, in der im kommenden Jahr die olympischen Winterspiele stattfinden. Der tschetschenische Rebellenchef hatte gefordert mit „maximaler Gewalt“ vorzugehen, um die Spiele zu verhindern.

MoskauRussische Sicherheitskräfte haben nach offiziellen Angaben einen Anschlag radikaler Islamisten auf eine Chemiewaffenanlage vereitelt. Zwei Männer seien festgenommen worden, teilte die russische Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. „Die Verdächtigen haben einen terroristischen Angriff geplant, der das Leben Hunderter Menschen bedroht hätte.“

Die Männer wollten den Ermittlern zufolge eine Bombe bauen und die Chemiewaffenanlage Maradikowski nordöstlich von Moskau angreifen. In der Anlage werden Chemiewaffen gelagert und zerstört, die noch aus der Zeit der Sowjetunion stammen.

Die Ermittler fanden in einem verlassenen Haus, in dem sich die Männer aufhielten, Bomben-Bauteile und „Literatur mit extremistischen Inhalten“. Die beiden Verdächtigen seien 19 und 21 Jahre alt. Sie kämen aus dem Nordkaukasus, wo Aufständische seit längerem gegen die Regierung in Moskau kämpfen.

In der Region liegt auch die Stadt Sotschi, in der im kommenden Jahr die olympischen Winterspiele stattfinden. Der tschetschenische Rebellenchef Doku Umarow hatte die Aufständischen dazu aufgefordert, mit „maximaler Gewalt“ vorzugehen, um die Spiele zu verhindern.

Russland hat aus der Sowjetzeit etwa 40.000 Tonnen an chemischen Waffen geerbt. 1997 unterzeichnete die Regierung in Moskau die Chemiewaffen-Konvention und verpflichtete sich dazu, seine Bestände zu vernichten. Anders als geplant gelang es Russland wie auch den USA nicht, bis 2012 alle Chemiewaffen unschädlich zu machen. Bis März 2013 wurden mehr als 90 Prozent der Chemiewaffen in der Anlage Maradikowski zerstört, derzeit werden die Bestände des Nervengifts Soman vernichtet.

Auf Druck Russlands und der USA trat zuletzt das Bürgerkriegsland Syrien der Chemiewaffen-Konvention bei und verpflichtete sich, seine Bestände zu vernichten. Bei einem Giftgas-Angriff nahe der Hauptstadt Damaskus starben im August Hunderte Menschen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Peter

15.10.2013, 16:24 Uhr

Peter

Russland hat sehr Verantwortungsbewusst gehandelt!
Gratulation.

Karsten

15.10.2013, 18:00 Uhr

Ich glaube kaum, daß die tschetschenischen Rebellen in Sotschi Ärger machen! Wie sagte der saudische Geheimdienst-Chef Prinz Bandar bin Sultan zu Putin, die tschetschenischen Gruppen, die die Sicherheit der Spiele gefährden, werden von uns kontrolliert.
http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/energy/oilandgas/10266957/Saudis-offer-Russia-secret-oil-deal-if-it-drops-Syria.html

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