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09.02.2015

17:37 Uhr

Russland

Antiwestliche Stimmung so stark wie nie

Die antiwestliche Stimmung in Russland ist einer am Montag veröffentlichten Umfrage zufolge so stark wie nie. Ein Experte führt die Entwicklung auch auf die aggressive Propaganda im staatlichen Fernsehen zurück.

US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin haben unterschiedliche Ansichten. Bei vielen Russen stößt es auf Kritik, dass sich die USA in die Ukraine-Krise einmischt. Reuters

Angespanntes Verhältnis

US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin haben unterschiedliche Ansichten. Bei vielen Russen stößt es auf Kritik, dass sich die USA in die Ukraine-Krise einmischt.

MoskauDie Ablehnung gegen den Westen ist in Russland nach mehreren Monaten Ukraine-Krise so tief wie lange nicht. Nach einer am Montag veröffentlichten Erhebung des Lewada-Zentrums in Moskau haben 81 Prozent der Befragten eine negative Haltung gegenüber den USA, ein enormer Anstieg verglichen mit 44 Prozent im Januar 2014. Der Anteil derjenigen, die die US-russischen Beziehungen als feindselig einordnen, hat sich im selben Zeitraum fast verzehnfacht – von vier auf 42 Prozent.

Auch die traditionell in Umfragen eher positiv bewerteten Beziehungen Russlands zur EU werden in der neuen Erhebung von 71 Prozent der Befragten negativ beurteilt. 24 Prozent schätzen die beiderseitigen Beziehungen als feindselig ein, im Vorjahr hatte dies nur ein Prozent so gesehen. Über die Entwicklung der Beziehungen gingen die Meinungen auseinander: 40 Prozent votierten in der Erhebung für eine Stärkung der Beziehungen zum Westen, 36 Prozent befürworteten deutliche Distanz Moskaus zu Brüssel und Washington.

Eine so aggressive und starke Ablehnung des Westens habe es seit Beginn der Umfragen nicht gegeben, sagte der Direktor des Lewada-Zentrums, Lew Gudkow, der Nachrichtenagentur AFP. Er machte dafür auch die aggressive Propaganda im staatlichen Fernsehen verantwortlich. Von dessen Berichterstattung hänge ab, wie sich die Haltung der Bürger weiter entwickele. Falls der Konflikt nicht weiter eskaliere und Russland nicht gegen Nachbarstaaten in den Krieg ziehe, werde sich die Welle der antiwestlichen Ressentiments wieder legen, gab sich Gudkow überzeugt.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Die russische Wirtschaft ist von den westlichen Sanktionen infolge der Ukraine-Krise hart getroffen worden. Viele Menschen leiden unter dem drastischen Wertverlust des Rubels. Auf Kritik stößt bei vielen Russen auch, dass sich ein so weit entferntes Land wie die USA in die Ukraine-Krise einmischt.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr R. B.

09.02.2015, 18:36 Uhr

so schnell wird sich diese

Herr R. B.

09.02.2015, 18:55 Uhr

So schnell wird sich diese Stimmung nicht mehr ändern. Die Zeiten wo die Russen die rechte Wange hingehalten haben nachdem sie auf der linken abgewatscht wurden von den arroganten EU Politikern vorneweg Merkel&Co sind ein für allemal vorbei. Russalnd ist was es immer war, das größte Land der Erde und das mit den reichsten Bodenschätzen gesegnete.Darüber hinaus ist und war es mit seiner militärischen Potenz heute mehr denn je der Gegenpol zu den sich überlegen fühlenden USA. Nur das ist ebenfalls vorbei. Die Wirtschaft ist einziges Fake, die Entwicklung zum Polizeistaat sprechwörtlich, die Fracking Industrie geht den Bach runter und der Petro Dollar steht eher oder später vor dem Abschuss. Russland ist im Endeffekt schon jetzt der Sieger im Ukraine Poker. Die jetzigen Probleme in Wirtschaft und Finanzsystem werden sich spätestens Ende 2106 beginnen sich mit Hilfe und zum beider seitigen Nutzen mit China neu struktuiert und an Eurasien vordringleich hingewendet einen Wirtschaftboom erleben. EU ist der große Verlierer und die USA freuen sich das sie in ihren Niedergang die EU mit nehmen können. Zur Not müssen die blöden EU Bürger sprich Politiker dann die Brosamen der US Konzerne schlucken und nach der Pfeife der US Politiker tanzen. Und unsere Vasallen Lady spielt die große Macherin und der deutsche Michel lässt sich besch....und zahlt mit seinen Steuern und seinen Arbeitsplätzen die verlorengeganen Geschäfte in Russalnd und im Osten. Amen...Armes Deutschland !!

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