Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.06.2016

18:25 Uhr

Russland

Beam mich hoch, Putin!

VonAndré Ballin

Wie bei Star Trek will der Kreml Hochtechnologien entwickeln, die den meisten bisher eher aus Science-Fiction-Filmen bekannt sind: Quanteninformatik und Teleportation. Aber Russland geht es eigentlich um etwas anderes.

Russland will innerhalb von 20 Jahren Hochtechnologien wie Quanteninformatik und Teleportation entwickeln. Vor allem aber geht es ums Abkapseln. dpa

Wladimir Putin

Russland will innerhalb von 20 Jahren Hochtechnologien wie Quanteninformatik und Teleportation entwickeln. Vor allem aber geht es ums Abkapseln.

MoskauFantastisch: Russland wandelt auf den Spuren von Star Trek und will innerhalb von 20 Jahren Hochtechnologien entwickeln, die den meisten Menschen bisher allenfalls aus Science-Fiction-Filmen bekannt sind. Darunter sind Quanteninformatik und – laut einem Zeitungsbericht – sogar Teleportation. Vor allem aber geht es ums Abkapseln.

Das Programm steht unter dem Namen „Nationale technologische Initiative“ (NTI) und wurde auf Anweisung von Präsident Wladimir Putin von der „Agentur für strategische Initiativen“ ausgearbeitet. Am Mittwoch hat sich eine Regierungskommission unter Leitung von Vizepremier Arkadi Dworkowitsch mit den Perspektiven der nächsten russischen Revolution – einer technologischen – beschäftigt.

Obwohl die Pläne bis in das Jahr 2035 reichen, geht es in der Diskussion zunächst um die Finanzierung bis 2018. Und die ist mit 10,8 Milliarden Rubel (umgerechnet 150 Millionen Euro) angesichts der hochfliegenden Pläne noch relativ bescheiden.

Immerhin geht es um den Aufbau und die Verschlüsselung von Informationstechnologien und cyber-physischen Systemen (CPS). CPS bezeichnet die Fusion von Software mit mechanischen Elementen, laut NTI-Dokument fallen darunter „Roboter, medizinische Implantate, fahrerlos gesteuerte Autos und Flugzeuge“. Angesichts des teilweisen Rückstandes, den Russland im Bereich Maschinen-, Fahrzeugbau und Medizintechnik aufweist, ist das ein durchaus ambitioniertes Ziel.

Als erster Schritt soll in einer Reihe von russischen Regionen ein Mobilfunknetz der nächsten Generation (5G) aufgebaut werden, das Datenübertragungen von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglicht. Daneben sollen russische Programmierer in den nächsten zehn Jahren einen eigenen Code „zur sicheren und effizienten parallelen Programmierung“ entwickeln und ein Netz gegen Cyberkriminalität aufbauen.

Cyberkriminalität ist heute in Russland eigentlich noch kein großes Thema – im Gegensatz zur westlichen Welt, wo oft das Schreckgespenst des „russischen Hackers“ heraufbeschworen wird. Experten schätzen den Verlust für das russische BIP derzeit auf 0,1 Prozent (zum Vergleich: Deutschland verliert dadurch 1,6 Prozent). Bis 2035 soll der Einfluss der Cyberkriminalität auf das russische BIP auf die Hälfte gedrückt werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×